Citroën E-Méhari: Stromer in Sommerlaune

Nach fast 50 Jahren bringt wieder Citroën ein Strandauto. Foto: Citroën/Pierre Baelen
1 von 6
Nach fast 50 Jahren bringt wieder Citroën ein Strandauto. Foto: Citroën/Pierre Baelen
Sieht aus wie ein Spielzeug und fährt mit Strom: Der E-Méhari. Foto: Citroën
2 von 6
Sieht aus wie ein Spielzeug und fährt mit Strom: Der E-Méhari. Foto: Citroën
Das Dach hält zwar Regen ab, aber nicht die Kälte. Foto: Citroën
3 von 6
Das Dach hält zwar Regen ab, aber nicht die Kälte. Foto: Citroën
Solange die Sonne scheint, ist im E-Méhari alles gut. Bei Außenkälte ist das auch im Inneren zu spüren. Foto: Citroën/Pierre Baelen
4 von 6
Solange die Sonne scheint, ist im E-Méhari alles gut. Bei Außenkälte ist das auch im Inneren zu spüren. Foto: Citroën/Pierre Baelen
Die Kunststoffsessel könnten auch in einem Kinderzimmer stehen. Foto: Citroën/Pierre Baelen
5 von 6
Die Kunststoffsessel könnten auch in einem Kinderzimmer stehen. Foto: Citroën/Pierre Baelen
Die luftige Karosse ist ganz sicher etwas für Sonnen-Ausflüge. Foto: Citroën/Pierre Baelen
6 von 6
Die luftige Karosse ist ganz sicher etwas für Sonnen-Ausflüge. Foto: Citroën/Pierre Baelen

Wer sagt denn, dass Elektroautos immer vernünftig und spaßbefreit sein müssen. Mit dem neuen E-Méhari beweist Citroën das Gegenteil. Viel mehr bietet der sonnige Stromer allerdings nicht.

Berlin (dpa-infocom) - Jetzt reitet auch Citroën auf der Retro-Welle und bringt nach fast 50 Jahren das Strandauto Mehari zurück. Allerdings haben die Franzosen den Blick zugleich in die Zukunft gerichtet und deshalb einen Elektro-Antrieb eingebaut.

Der treibt den Preis zwar auf 27 000 Euro plus monatlich 87 Euro für die Miete der Akkus. Doch wird der E-Méhari so zu einem der ganz wenigen Elektroautos, die auch diesseits von Tesla & Co Spaß machen können.

Gute Laune garantiert

Das liegt vor allem an seinem lebensfrohen Auftritt: Das Design der Kunststoff-Karosse ist zum Kuscheln, der Lackfächer im Prospekt erinnert an die Kühltheke einer Eisdiele und sobald man sich in die poppig bedruckten Kunststoffsessel schwingt, fühlt man sich wie im Urlaub in Südfrankreich. So leicht und luftig wie der E-Méhari fühlt sich kaum ein anderes Cabrio an.

Dank des Elektroantriebs hört man nichts anderes als das Pfeifen des Windes und das Rauschen der Wellen. Und dass auch bei Vollgas nicht mehr als 110 km/h drin sind, tut der Freude zumindest keinen Abbruch. Schließlich stürmt es im E-Méhari schon am Ortsausgang so heftig, wie bei anderen Cabrios auf der Autobahn.

Das Ambiente ist rustikal aber robust

Genau wie das seinerzeit von der Ente abgeleitete Original ist auch der E-Méhari von einfachster Machart. Mit der Materialanmutung ist es nicht sonderlich weit her, elektrische Helfer oder gar Assistenzsysteme sucht man vergebens. Selbst Ablagen sind Mangelware.

Viel mehr Ausstattung als eine City-Taste für eine besonders leichtgängige Lenkung, eine Klimaanlage, eine Freisprecheinrichtung, ABS und ESP bietet der Strandfloh auch nicht. Sogar den Airbag haben die Franzosen weggelassen. Doch dafür ist der Wagen so robust, dass man ihn einfach mit dem Gartenschlauch reinigen kann. Und zwar nicht nur außen, sondern außen wie innen.

Wetterfest und sturmerprobt

Eine gewisse Widerstandskraft kann auch den Insassen nicht schaden. Solange die Sonne heiß vom Himmel brennt, mag man die Offenheit des Charmeurs genießen. Wenn die Temperatur fällt, wird es im Wagen empfindlich kalt. Und falls es zu Regnen beginnt, fühlt man sich im Mehari wie ein Camper. Denn wo andere Cabriofahrer nur auf einen Knopf drücken müssen, um das Verdeck aufzustellen, fängt man bei dem Citroen an, Steckscheiben einzubauen, Plastikfolien mit Reißverschlüssen zu schließen und Rolldächer abzuwickeln.

Das kostet Zeit - und bisweilen auch mal einen Fingernagel. Außerdem fasst der Kofferraum zwar 100 Liter in einem versteckten Fach und 200 auf der offenen Pritsche. Doch wenn man das gesamte Verdeck sicherheitshalber mitnehmen möchte, wird der Mehari zum Zweisitzer.

Auftragsarbeit in Kleinserie

Zwar haben die Franzosen eine gewisse Erfahrung mit unkonventionellen Konzepten. Schließlich haben sie auch schon Autos wie den Pluriel mit seinen herausnehmbaren Dachholmen gebaut und mit dem aktuellen Cactus die Idee von der Knautschzone eine Etappe weiter gedacht. Doch beim e-Mehari lassen sie sich von Bolloré helfen. Die Firma ist spezialisiert auf die Batterieproduktion und hat um ihre Akkus herum unter anderem einen elektrischen Leichtkraftwagen fürs Carsharing entwickelt. Der dient auch dem mit Blick auf die leichtere Zulassung nur Kleinserie von 1000 Exemplaren geplanten e-Mehari als Basis.

Unter der am Original orientierten Kunststoffhülle stecken deshalb ein Elektromotor mit 50 kW/68 PS und 140 Nm sowie Lithium-Polymer-Akkus mit einer Kapazität von 30 kWh. Wenn die an einer Starkstrom-Steckdose binnen 8 oder daheim in der Garage binnen 13 Stunden geladen sind, kommt der e-Mehari damit laut Citroen weiter als etwa der konventionelle Elektro-Kleinwagen C-Zero: Im Stadtverkehr soll der Strom für 200 und über Land immerhin für 100 Kilometer reichen.

Fazit: Spielzeugautos für Strandjungs

Für den Alltag ist dieses Auto nichts. Aber mit seiner luftigen Karosse, dem lebensfrohen Charakter und dem politisch korrekten Antrieb wird der e-Mehari zum idealen Spielzeugauto für große Strandjungs. Natürlich sind dafür 27 000 Euro ein hoher. Doch gemessen an anderen Sommerautos mit mehr Leistung und weniger Aufmerksamkeitswert ist dieser Stromer fast noch ein Schnäppchen.

Datenblatt: Citroen e-Mehari

Motor und Antrieb

Elektrischer Permanentmagnet-Motor
Hubraum: 0 ccm
Max. Leistung: 50 kW/68 PS
Max. Drehmoment: 140 Nm
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 1-Gang-Getriebe ohne Kupplung

Maße und Gewichte

Länge: 3,81 m
Breite: 1,73 m
Höhe: 1,65 m
Radstand: 2,43 m
Leergewicht: 1480 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 100-800 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Beschleunigung 0-50 km/h: 6,40 s
Durchschnittsverbrauch: 0 Liter/100 km
Reichweite: 100 - 200 km
CO2-Emission: 0 g/km
Kraftstoff: Strom
Ladezeit: 8-13 Stunden

Kosten

Basispreis des Citroen e-Mehari: 27 000 Euro
Batteriemiete: 87 Euro/Monat
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 0 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: ESP, Sicherheitsgurte, Überrollbügel
Komfort: Klimaanlage, City-Lenkung, abwaschbares Interieur
Spritspartechnik: Elektroantrieb

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

Weitere Fotostrecken des Ressorts

Outdoor-Typ: Mercedes E-Klasse All-Terrain

Outdoor-Typ: Mercedes E-Klasse All-Terrain

Bulliger Look und mehr Bodenfreiheit - Mercedes hat dem Kombi seiner E-Klasse einen einen Geländewagen-Look verpasst. …
Outdoor-Typ: Mercedes E-Klasse All-Terrain
Volvo hängt auf der Skipiste fest

Volvo hängt auf der Skipiste fest

Seilbahn gerade außer Betrieb - da machte sich ein Pärchen mit dem Auto auf den Weg zur Aussichtsplattform am …
Volvo hängt auf der Skipiste fest