Kein Asylbewerber soll in Turnhallen schlafen

1027 Flüchtlinge bis Ende März: Weitere Notquartiere in Kassel

Soll vorerst keine Flüchtlingsunterkunft werden: Die Joseph-von-Eichendorff-Schule an der Eichwaldstraße in Bettenhausen. Im aktuellen Schuljahr sei dort keine Unterbringung von Asylbewerbern geplant, sagte Sozialdezernent Christian Geselle (SPD) auf eine entsprechende Frage des CDU-Stadtverordneten Bodo Schild. Wegen der seit Jahren stetig sinkenden Schülerzahlen soll die Bildungsstätte 2017 geschlossen werden. Auf dem Gelände am Eichwald könnte nach dem Abriss der sanierungsbedürftigen Schulgebäude nach Vorstellungen der Stadt ein neues Wohnquartier entstehen. Archivfoto: Herzog

Kassel. Der Zuweisungsstopp zwischen den Jahren ist aufgehoben, seit Anfang Januar kommen wieder Flüchtlinge in Kassel an. 62 sind es diese Woche.

Sie werden im Notquartier im umgebauten Reno-Schuhmarkt an der Leipziger Straße untergebracht. Kassels Sozialdezernent und Kämmerer Christian Geselle (SPD) sieht derzeit zwar eine gewisse Beruhigung des Flüchtlingsstroms. Vor Weihnachten waren jeweils bis zu 80 Menschen pro Woche nach Kassel gekommen. Allerdings hat die hessische Landesregierung der Stadt bereits die Zuweisung von 1027 Flüchtlingen im ersten Quartal 2016 angekündigt (wir berichteten). Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 kamen 1600 Asylbewerber nach Kassel. Aktuell sind 1950 Flüchtlinge in Zweitaufnahme-Einrichtungen in Kassel untergebracht. Von den 1600 Plätzen in den Erstaufnahme-Quartieren des Landes seien derzeit 1000 Plätze belegt.

Die Stadt stellt sich auf über 1000 weitere Flüchtlinge bis Ende März ein. „Ob die alle kommen, weiß man nicht“, sagte Geselle in der jüngsten Sitzung des Sozialauschusses der Stadtverordnetenversammlung. Das Ziel bleibe weiterhin: „Keiner schläft in Turnhallen oder Zelten.“ Dass wie in anderen Städten der Schul- und Vereinssport auf der Strecke bleibt, will Geselle in Kassel verhindern. „Wir sind auch bereit, im Rathaus Menschen unterzubringen.“ Dafür werden derzeit die Räume des im Sommer 2015 geschlossenen Steak-Restaurants Maredo (früher Ratskeller) für 80 bis 100 Menschen umgebaut. In drei bis vier Wochen soll das zusätzliche Notquartier fertig sein. Das Flüchtlingsproblem müsse in Berlin und Brüssel gelöst werden, „wir können nur versuchen, die Menschen vernünftig unterzubringen“, bekräftigte Geselle.

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