Bis zu 150 Menschen sollen in Reno-Schuhmarkt an der Leipziger Straße

2000 Flüchtlinge stehen vor der Tür: Großunterkünfte dringend benötigt

Kassel. Stadt und Landkreis Kassel müssen in den nächsten Wochen Notunterkünfte für insgesamt 2000 weitere Flüchtlinge schaffen.

Die Stadt Kassel richtet sich darauf ein, in den nächsten Tagen eine Aufforderung des Landes Hessen zu erhalten, kurzfristig eine provisorische Unterkunft für bis zu 1000 Menschen zu schaffen.

Dazu wird ein Katastrophenschutz-Befehl erteilt. Das Land Hessen muss derzeit über das Verteilsystem des Bundes täglich 800 bis 900 Flüchtlinge aufnehmen. Weil die bestehenden Erstaufnahme-Einrichtungen nicht mehr ausreichen, werden die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte nach und nach in die Pflicht genommen. Sie müssen in Eigenregie Notquartiere für das Land bereitstellen und betreiben, bekommen die Kosten aber erstattet.

Wo die Stadt die zusätzlichen Unterkünfte einrichten wird, teilte Sozialdezernent Christian Geselle noch nicht mit. „Wir sind in letzten Abstimmungen“, sagte er. Turnhallen und Schulen müssten aller Voraussicht nach aber nicht belegt werden.

Der Landkreis rechnet für Anfang Dezember mit der Katastrophenschutz-Mitteilung des Landes. Dort sollen laut Kreissprecher Harald Kühlborn die 1000 Plätze verteilt auf zwei Unterkünfte geschaffen werden. Die beiden Standorte sollen heute mitgeteilt werden. Möglichweise könnte daunter eine leerstehende Industriehalle in Grebenstein sein, die zuletzt schon als Unterkunft im Gespräch war.

Ehemaliges Reno-Schuhgeschäft wird Notunterkunft

Unterdessen werden auch die Plätze in den städtischen Flüchtlingswohnheimen knapp. Voraussichtlich Mitte Dezember werde es einen Engpass geben, sagte Sozialdezernent Geselle. Deshalb wird im ehemaligen Reno-Schuhmarkt an der Leipziger Straße in Bettenhausen eine provisorische Unterkunft für bis zu 150 Menschen eingerichtet. Diese dient als Notquartier, bis die geplanten neuen Wohnheime fertig sind.

Rubriklistenbild: © HNA

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