Hessischer Branchenverband verzeichnet starken Endspurt im Weihnachtsgeschäft

2015 war ein gutes Jahr für Einzelhandel in Nordhessen

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Die Kauflaune kam erst kurz vor dem Fest: In der vierten Adventswoche legten die Umsätze in den Geschäften des hessischen Einzelhandels deutlich zu. Am Ende stand ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Weihnachtsgeschäft des Vorjahres.

Kassel. Hessens Einzelhandel freut sich über ein gutes Geschäftsjahr 2015 mit einem Umsatzplus von 2,8 bis 3 Prozent.

Nach verhaltenem Beginn habe das wichtige Weihnachtsgeschäft einen rasanten Endspurt hingelegt und sei gegenüber dem Vorjahr um gut 2 Prozent gewachsen, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz des Handelsverbandes Hessen in Kassel.

Auch die nordhessische Region liege in diesem Landestrend, sagte Geschäftsführer Martin Schüller vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord. Im gesamten Jahr 2015 setzte der hessische Einzelhandel knapp 42 Milliarden Euro um. Landesweit dürften laut Verbandspräsident Friedrich J. Wagner allein im Advent gut 7,8 Milliarden Euro in den Kassen der Händler gelandet sein.

Am meisten vom Weihnachtsgeschäft profitiert hätten wieder die Branchen Bücher, Parfümerie, Kosmetik und Körperpflege, Spielwaren sowie Uhren und Schmuck. Auch der Lebensmittelhandel habe von starken Umsätzen zum Fest berichtet. Ungebrochen hoch war laut einer Händlerbefragung des Verbandes auch die Nachfrage nach Geschenkgutscheinen. Die werden erfahrungsgemäß im Lauf des Januars eingelöst und bescheren dem Handel ein verlängertes Weihnachtsgeschäft.

Auf den Jahresbeginn hofft besonders der Textileinzelhandel, für den es wegen des sehr milden Winterwetters bisher nicht gut lief. Laut Handelsverband werden in nächster Zeit die Bestände an Winterware mit hohen Preisnachlässen geräumt.

Untypisches Winterwetter und wohl auch die Stimmung nach den Terroranschlägen von Paris hätten anfangs etliche Kunden abgehalten, in den Innenstädten bummeln zu gehen, sagte Verbandspräsident Wagner. Die vierte Adventswoche habe dann aber umsatzmäßig alles wettgemacht.

Friedrich J. Wagner

Zudem habe die Lage der Feiertage nochmals für einen Schub im Weihnachtsgeschäft gesorgt, sagte Vizepräsidentin Helga Schwedes-Mand vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord: „Die dreieinhalb Verkaufstage direkt nach dem Fest sind uns sehr zugute gekommen.“ In Nordhessens Oberzentrum Kassel habe es sich weiterhin günstig ausgewirkt, dass der Weihnachtsmarkt bis zum 30. Dezember geöffnet war.

Den Anteil der Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäfts schätzt der Handelsverband auf aktuell rund 12 Prozent. Dabei würden die Grenzen zum stationären Handel immer fließender: Die Händlerumfrage habe auch gezeigt, dass gerade jene Kaufleute, die Ihre Ware auf mehreren Kanälen anbieten, zu den Gewinnern im Weihnachtsgeschäft zählen.

Wer zum Shopping in die Innenstädte komme, wolle nicht bloß seinen Bedarf decken, sondern sei auch auf der Suche nach Freizeiterlebnissen, betonten die Handelsfunktionäre. Ein zukunftsfähiges Umfeld dafür könne der Einzelhandel allein nicht schaffen, hier seien Stadtpolitik, Gastronomie und andere Wirtschaftsbereiche ebenso gefordert.

Hintergrund: Branche ist auch für 2016 optimistisch

Für 2016 rechnet der Handelsverband Hessen mit einem weiteren Umsatzwachstum. Dies wäre für Hessens Einzelhandel dann das siebte Jahr in Folge mit einem nominalen Umsatzplus.

Bei nach wie vor günstigen Rahmenbedingungen sei eine Steigerung von „deutlich über 1 Prozent“ drin, sagte Verbandspräsident Wagner. Der Arbeitsmarkt werde voraussichtlich stabil und die Sparquote konstant bleiben, und während die verfügbaren Einkommen im Vorjahr spürbar zugelegt hätten, sei allenfalls mit einem moderaten Anstieg der Verbraucherpreise zu rechnen.

Der Handelsverband Hessen vertritt die Interessen von 7200 Mitgliedsunternehmen mit 160.000 Beschäftigten in 17.000 Betriebsstätten, die insgesamt eine Verkaufsfläche von 22 Mio. Quadratmetern haben.

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