Menschen aus ganz Europa

Video: 3000 Buddhisten meditieren in den Messehallen

Kassel. Vor acht Jahren hat Katharina Junge aus Osnabrück den Buddhismus für sich entdeckt. Über die Osterfeiertage kommt sie nach Kassel zum meditieren.

Seit vier Jahren fährt sie mit ihrem Mann Iven, den sie in einem Buddhistischen Zentrum kennengelernt hat, jedes Jahr über nach Kassel. Hier veranstaltet der Buddhistische Dachverband Diamantweg seit 2013 ein Meditationswochenende, an dem mittlerweile mehr als 3000 Anhänger der Erfahrungsreligion teilnehmen.

Die Junges bringen jedes Jahr ein Familienmitglied mehr nach Kassel mit. Im ersten Jahr war es nur Sohn Jonas. Der Dreijährige hat mittlerweile aber auch zwei jüngere Geschwister, den einjährigen Leopold und die acht Wochen alte Ronja. Für die Eltern ist das kein Problem, denn die Kinderbetreuung sei in den Messehallen optimal. „Da können wir abwechselnd meditieren“, sagt Katharina Junge. Sie sei durch den Buddhismus wesentlich entspannter geworden, sagt die 33-jährige Mutter. Das sei mit drei kleinen Kindern oft von Vorteil.

Führte in die Zwölf-Stunden-Meditation ein: Lama Ole Nydahl.

Diese Erfahrung hat auch Simone Evers aus Frankfurt gemacht. Sie ist für die Pressearbeit des Meditationskurses verantwortlich. Seitdem sie selbst meditiere, sei ihr Alltag ruhiger und gelassener geworden. „Ich kann tiefer atmen.“ Durch die Meditation gewinne man Abstand zu vielen Gefühlen, besonders negativen. Evers nennt ein Beispiel: Wenn jemand von seinem Chef angegangen werde, dann müsse er das nicht mit gleicher Münze heimzahlen, sondern könne auch mit Gelassenheit reagieren. Wahrscheinlich gehe es dem Vorgesetzten selbst nicht gut, sonst würde er sich wohl nicht so verhalten. Man könne ihn zum Beispiel fragen, ob man etwas für ihn tun könne. Evers hat die Erfahrung gemacht, dass immer mehr junge Menschen Antworten im Buddhismus suchen. „Es geht ja um die Orientierung im Leben.“

Ähnliches berichtet Thomas Klatt aus Kiel. „Wir werden im Buddhistischen Zentrum von Studenten geradezu überrannt.“ Aus ganz Deutschland, Europa und sogar aus den USA sind Buddhisten an diesem Wochenende nach Kassel gekommen. „Die Rahmenbedingungen sind hier optimal und die Lage ist perfekt“, sagt Evers. „Wir haben alles unter einem Dach.“ Und es gebe nicht mehr so viele Gelegenheiten wie früher, Lama Ole Nydahl zu sehen. Der Diamantweg-Lehrer führte am Freitagmittag seine Anhänger in eine Zwölf-Stunden-Meditation ein.

3000 Buddhisten meditieren in den Messehallen

Buddhisten feiern übrigens auch Ostern. „Wir leben in dieser Kultur, da gehört Ostern einfach dazu“, sagt Katharina Junge. Aus diesem Grund reist ihre Familie bereits am Sonntag ab. Dann geht es zu den Großeltern zum Eiersuchen.

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