Zahl der Studenten steigt weiter

Abspecken zum Wachsen: CVJM reduziert Studienangebot

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Noch Platz zum Bauen: Weil die CVJM-Hochschule in Bad Wilhelmshöhe aus allen Nähten platzt, sollen auf dem Campus an der Hugo-Preuß-Straße neue Gebäude entstehen. Der Baubeginn ist für 2018 anvisiert.

Kassel. Weniger ist mehr. Auf diese Formel könnte man die aktuellen Veränderungen bei der CVJM-Hochschule bringen. Das Studienangebot hat die Hochschule in Bad Wilhelmshöhe stark reduziert. Dennoch ist die Nachfrage nach einer Ausbildung an der christlichen Privathochschule größer denn je.

Studienangebot

Statt wie zuletzt fünf Studiengänge bietet die CVJM-Hochschule ab dem neuen Studienjahr nur noch zwei an: den Präsenzstudiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit sowie den Online-Fernstudiengang Soziale Arbeit (beides Bachelor). „Damit haben wir uns auf unser Kernangebot konzentriert“, sagt Rektor Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt: die Verbindung von Sozialer Arbeit mit einer klar christlichen Werteorientierung.

Die anderen Studiengänge - darunter ethisches Management und ein Fernstudium zur Gemeindepädagogik - seien nicht so gut angenommen worden wie erhofft, räumt der Rektor ein. Zum Teil gab es nur eine Handvoll Studenten pro Jahrgang. Daher habe man sich entschieden, sie einzustellen.

Die Nachfrage nach den beiden Hauptstudiengänge ist hingegen höher denn je. Die Bewerberzahlen hätten sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt auf über 140, sagt Gebhardt. Daher habe man auch die Zahl der Studienplätze erhöht: So fangen im bevorstehenden Semester 110 neue Studenten an (70 im Präsenzstudiengang, 40 im Online-Studiengang). Zuletzt waren es etwa 75 Studienplätze pro Semester.

Ausbaupläne

Mit der wachsenden Studentenzahl - insgesamt sind es jetzt 360 - wird der Platz knapper. Weil der eigentliche Campus an der Hugo-Preuß-Straße nicht mehr ausreicht, hat der CVJM bereits die nahegelegenen ehemaligen Gebäude des Evangelischen Fröbelseminars an der Ecke Mulangstraße angemietet. Der Mietvertrag endet laut Gebhardt aber 2019.

Bis dahin sollen auf dem CVJM-Campus vier neue Gebäude entstehen: Ein vierstöckiges Hörsaalzentrum mit Audimax, Bibliothek und Andachtsraum und zwei weitere Gebäude für den Lehrbetrieb der Hochschule. Außerdem ist ein Neubau für die Geschäftsstelle des CVJM-Gesamtverbands vorgesehen, der bislang um die Ecke Im Druseltal seinen Sitz hat.

Studentisches Wohnen

Auch der Wohnraum für die Studenten wird knapp. Zum Konzept der Hochschule gehört, dass die Studierenden nicht nur zusammen lernen, sondern in Wohngruppen auch gemeinsam leben. Inzwischen gibt es auf dem Campus nicht mehr genung Platz für alle Studenten, sodass der CVJM auch normale Wohnungen angemietet hat.

Mit Hilfe der Stiftung Hoffnungsträger will der CVJM auch ein Wohnheim in Campusnähe errichten. Das Besondere: Studenten und junge Flüchtlinge sollen dort gemeinsam leben. Noch fehlt aber ein entsprechendes Grundstück dafür. „Die Integration von Geflüchteten ist eine gesellschaftliche Herausforderung“, sagt Gebhardt. Mit dem Projekt wolle man einen Beitrag dazu leisten.

Neue Struktur

Auch strukturell stehen Veränderungen bevor: Im nächsten Jahr soll unter dem Dach der Hochschule eine CVJM-Akademie gegründet werden. Sie soll die Aus- und Weiterbildungsangebote des Verbands bündeln. Auch das CVJM-Kolleg, einer ebenfalls auf dem Campus ansässigen Fachschule für Theologie und Sozialpädagogik, wird künftig zur Akademie gehören. „Damit wollen wir das für Außenstehende schwer durchschaubare Nebeneinander der Bildungseinrichtungen übersichtlicher gestalten“, sagt Hochschulrektor Gebhardt.

Hintergrund

Die CVJM-Hochschule hat 2009 ihren Lehrbetrieb aufgenommen. Träger ist das CVJM-Bildungswerk. Die private Hochschule ist staatlich anerkannt. Kürzlich hat sie vom deutschen Wissenschaftsrat eine erneute Akkreditierung für weitere fünf Jahre bekommen. An der Hochschule sind 30 Mitarbeiter beschäftigt, davon zwölf Professoren. Die Hochschule finanziert sich je zur Hälfte über Studiengebühren (285 Euro pro Monat) sowie über Zuschüsse (CVJM, Evangelische Kirche, Stiftungen). Das Jahresbudget lag zuletzt bei 2,8 Mio. Euro. Seit vergangenem Jahr erhält die private Hochschule erstmals auch staatliche Förderung über den Hochschulpakt 2020. Die Fördersumme steigt in den kommenden Jahren sukzessive an bis zum Höchstbetrag von 425.000 Euro pro Jahr.

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