Freiflächen werden für sechs Mio. Euro angelegt

Ärger um Gestaltung des Campus: Studenten wollen mehr mitbestimmen

+
Zwei Hektar werden neu bebaut: Auf dem Areal nördlich der Moritzstraße werden nicht nur neue Gebäude hochgezogen (im Vordergrund das im Bau befindliche Selbstlernzentrum), auch die Gestaltung der Freiflächen startet nun.

Kassel. Der Campus Nord der Uni Kassel nimmt Formen an. Auch die Freiflächen des 20.000 Quadratmeter großen Areals werden in einem ersten Bauabschnitt für 6 Mio. Euro gestaltet.

Nachdem die Bagger angerollt sind, formiert sich nun Widerstand der Studenten. Nicht nur bei der grundlegenden Umgestaltung des sogenannten Lucius-Burkhardt-Platzes zwischen Hörsaalzentrum und Café Desasta fühlen sie sich übergangen. Dies zeigte sich bei einer Podiumsdiskussion, bei der das Präsidium vor etwa 150 Zuhörern Rede und Antwort stand.

Auslöser des Konflikts war die Fällung von 13 Kastanien und die Entfernung einer Hecke vor dem Café Desasta, die bislang den dortigen Biergarten gebildet hatten. Damit sei ein beliebter Platz zerstört worden, der über 25 Jahre durch Studenten aufgebaut worden sei, lautete der Tenor aus Reihen der Studenten und des Ortsbeirates Nord-Holland bei der Diskussion. Mit diesem langjährigen Engagement sei die Uni-Leitung respektlos umgegangen.

So sollen die Plätze gestaltet werden: Die Illustration zeigt die Freiflächen in Blickrichtung Nordosten.

Dass die Mitarbeiter des Cafés und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) unmittelbar vor dem Abriss des Biergartens nicht informiert wurden, sei auf Missverständnisse zurückzuführen gewesen, erläuterte Klaus Sausmikat, Leiter der Uni-Bauabteilung. Dies habe auch damit zu tun, dass die Uni nicht selbst Auftraggeber der Bauarbeiten sei, sondern die Bauverwaltung des Landes. Allerdings habe es bereits seit 2007 immer wieder Treffen mit dem AStA gegeben, bei denen es um die Gestaltung des neuen Campus gegangen sei, so Sausmikat. Insofern habe es sehr wohl Transparenz gegeben.

Präsident entschuldigte sich

Dennoch entschuldigte sich Uni-Präsident Reiner Finkeldey und versprach, die Informationspolitik weiter zu verbessern. Im Hinblick auf die weiteren Bauarbeiten werde kurzfristig ein Gespräch mit AStA-Vertretern und Engagierten organisiert, um die geplante Gestaltung der Freiflächen zu erörtern. Der Biergarten vor dem Café werde aber ohnehin nicht aufgegeben, sondern lediglich umgestaltet.

Finkeldey verwies darauf, dass das Wachstum der Universität es bedinge, dass es zu einer Verdichtung der Bebauung komme, die sich auch auf die Freiflächen auswirke. Zusätzliche Raumkapazitäten zu schaffen, sei ein vordringliches Ziel der Hochschule.

Sausmikat hatte zuvor erläutert, dass in den nächsten Jahren ein großer Grünzug direkt an der Ahne auf dem Campus entstehe. Das Kulturzentrum K 19 bleibe bestehen, bis die Kopfbauten der ehemaligen Firma Gottschalk zu einem Studentenhaus umgebaut worden seien. Dann werde das K 19 anders genutzt, weil es derzeit zu Lärmproblemen für das benachbarte Studentenwohnheim komme.

Von Bastian Ludwig

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.