Kampagne in Vorbereitung

AfD plant Plakate nach Terroranschlag - Bundeskonvent in Kassel

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Plakatkampagne: Die AfD will Banner vorbereiten, die nach einem Terroranschlag aufgehängt werden können. Unser Foto zeigt ein Plakat der Alternative für Deutschland zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016. 

Kassel. Über eine Plakatkampagne der Alternative für Deutschland (AfD) für den Fall von Terroranschlägen berät am Samstag der Bundeskonvent der Partei – eine Art kleiner Parteitag – in Kassel.

Das bestätigte der Sprecher des AfD-Kreisverbandes Kassel-Stadt, Manfred Mattis, unserer Zeitung.

Zunächst hatte das Magazin Der Spiegel berichtet, die AfD wolle islamistische Anschläge für Plakatkampagnen nutzen. Demnach habe Hessens AfD-Chef Peter Münch den Bundesvorstand der Partei dazu aufgefordert „professionelle Plakate/Banner“ vorzubereiten, die beispielsweise die Aufschrift „Danke, Frau Merkel!“ tragen könnten. Sie könnten nach Attentaten „an stark frequentierten Orten aufgehängt“ werden. Ziel der Kampagne sei, durch eine „Personifizierung“ nach Anschlägen „die Bundeskanzlerin möglichst schnell zum Rücktritt zu bewegen/ihres Amtes zu entheben“, zitiert der Spiegel aus dem Antrag.

Manfred Mattis

  Mattis sagte auf Anfrage unserer Zeitung hingegen, nicht Münch, sondern er selbst und drei weitere Landesdelegierte hätten den Antrag gestellt, aber nicht als Mitglieder des Landesvorstands, sondern des Konvents. „Wir sind uns bewusst, dass das zynisch ist“, sagte der Kasseler Rechtsanwalt. „Aber der Zynismus ist die Waffe derer, die nicht die Macht haben“. Die Flüchtlingsströme seien ein großes Politikversagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe durch die Grenzöffnung illegale Grenzübertritte ermöglicht und damit gegen das Gesetz verstoßen. Zudem kämen auch Wirtschaftsflüchtlinge und IS-Anhänger in unser Land. Darauf habe die AfD immer wieder verwiesen, aber „wir Demokraten werden nicht gehört und empfinden Ohnmacht“, so Mattis. Daher sei eine Zuspitzung nötig.

Menschenverachtend, wie CDU-Generalsekretär Peter Tauber die Pläne genannt hatte, findet Mattis die Kampagne nicht. „Menschenverachtend ist die Politik von Frau Merkel. Sie hat die Massen zu uns eingeladen und die Flüchtlinge dazu veranlasst, gefährliche Routen zu nehmen. Viele sind im Mittelmeer ertrunken,“ sagte Mattis. Zynisch sei Merkels Politik auch gegenüber der deutschen Bevölkerung. „Sie hat einfach gesagt: Wir schaffen das, ohne zu fragen, ob die Bevölkerung das überhaupt will“.

Zynisch gegenüber den potentiellen Opfern und ihren Angehörigen sei die Plakatkampagne hingegen nicht. „Es wird nie jemand auf die Idee kommen, dass sich ernsthaft jemand für einen Terroranschlag bedankt“, glaubt Mattis. Und es sei völliger Blödsinn, dass die AfD sich Anschläge herbeisehne. Der Skandal seien nicht die Plakate, „der eigentliche Skandal findet in der Bundesregierung statt“.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland, Albrecht Glaser (Niedenstein), sagte, er glaube nicht, dass der Antrag angenommen werde. Aus Respekt vor dem Konvent wolle er sich zu dem Thema ebenso wie zu weiteren Tagesordnungspunkten aber nicht weiter äußern, sagte er Anfrage unserer Zeitung.

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