Fragen und Antworten zum Pflanzenwachstum und zu Gesundheitsrisiken

Algenteppich wächst wieder auf dem Kasseler Bugasee

Unappetitliche Placken nahe den Stränden auf dem Bugasee-Wasser: Das Sommerwetter begünstigt derzeit das Algenwachstum – ebenso wie die bevorstehende Mahd von Unterwasserpflanzen. Foto:  Fischer

Kassel. Rund um die fünf Badestrände des Bugasees mäht eine Fachfirma am Mittwoch mit einem Spezialboot die großblättrigen Unterwasserpflanzen ab.

Die Stadt Kassel hat dies in Auftrag gegeben, weil sich in der Vergangenheit Schwimmer in den Pflanzen verfangen hatten und in Ertrinkungsnot geraten waren. Auch die Einstiegsbereiche am FKK-See werden gemäht.

Nicht nur am Seegrund gedeiht die Vegetation: Auf der Wasseroberfläche haben sich nahe der Uferbereiche ausgedehnte Algenteppiche gebildet, wie HNA-Leser meldeten.

Wenn sich Blaualgen zu stark vermehren, sind sie nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern bergen für Badende auch Gesundheitsgefahren. Sie können Atemwegserkrankungen, Fieber oder allergische Hautreaktionen auslösen. Fragen und Antworten zur Situation am Bugasee:

Wirkt sich das Mähen der Unterwasserpflanzen auf das Algenwachstum an der Oberfläche des Bugasees aus? 

Ja, unmittelbar: Die Algen vermehren sich viel schneller, wenn die Wasserpflanzen als Konkurrenten um Nährstoffe dezimiert werden. Wenn es zudem noch einige Zeit so sommerlich bleibt wie momentan, können sich die Blaualgen explosionsartig ausbreiten. Das passierte im Sommer 2015, da musste der Bugasee eineinhalb Wochen lang für Badende gesperrt werden.

Kann ein Badeverbot auch dieses Jahr wieder erforderlich werden?

Durchaus möglich, sagt Abteilungsleiter Jörg Gerhold vom städtischen Umwelt- und Gartenamt. Das hänge ganz vom Sommerwetter der nächsten Zeit ab: „Sollte es zwischendurch regnen, kann so ein Algenteppich binnen eínes Tages wieder verschwunden sein.“

Warum werden die Pflanzen im See gerade jetzt gemäht, wenn dies doch das Algenwachstum begünstigt? 

Das habe nichts mit dem steigenden Badebetrieb zu Ferienbeginn zu tun, sagt Gerhold. Wann gemäht werden müsse, gebe der Vegetationsrhythmus der Wasserpflanzen vor: Jetzt hätten deren Triebe teilweise schon wieder die Wasseroberfläche erreicht.

Das Umwelt- und Gartenamt müsse mit Vorsorgemaßnahmen stets beiden unterschiedlichen Gefahrenquellen begegnen: dem Sicherheitsrisiko für Schwimmer durch Pflanzen sowie dem Gesundheitsrisiko für Badende durch übermäßigen Algenwuchs.

Wie werden solche gesundheitlichen Risiken am Bugasee denn überwacht? 

Aufsichtsbehörde für Badeseen ist das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, die Kontrolle vor Ort nach hygienischen Kritierien übernimmt das Gesundheitsamt Region Kassel. Von dort seien Mitarbeiter in der Badesaison regulär einmal pro Monat zur Probenentnahme vor Ort, sagt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Karin Müller. „Wenn wir eine längere Hitzeperiode haben, schauen wir aber häufiger vorbei.“

Wie können sich Badegäste informieren? 

An zentralen Stellen auf dem Buga-Gelände gibt es Hinweisschilder sowie Schaukästen mit Erläuterungen zu Risiken und Gefahren beim Baden. Um auf aktuelle Entwicklungen wie starkes Algenwachstum reagieren zu können, seien Hinweise von Buga-Besuchern hilfreich und willkommen, sagt Gesundheitsamtsleiterin Müller: „Wir gehen all diesen Hinweisen nach.“

Kontakt zum Gesundheitsamt: Tel. 0561 / 1003-1976

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