Ausländerbeiratswahl: 37 Kandidaten im Gremium – Wahlbeteiligung 6,37 Prozent

Alle sechs Listen sind vertreten

Kamil Saygin

Kassel. Alle Stimmzettel sind ausgezählt, die Listen abgehakt, abschließende Statistiken erstellt. Das Team der städtischen Wahlbehörde um Ralf Ritter hat seinen Job erledigt. Der neue Ausländerbeirat steht fest.

Nach der Wahl am vergangenen Sonntag wurde die Liste Gemeinschaft 2000“ (G 2000) mit dem amtierenden Ausländerbeiratsvorsitzenden Kamil Saygin als Spitzenkandidat mit 42,28 Prozent stärkste Kraft. Sie wird im neuen 37-köpfigen Ausländerbeirat mit 16 Kandidaten vertreten sein. Bei der Wahl, bei der panaschiert und kumuliert, also einzelne Kandidaten angekreuzt und gestrichen werden konnte, bekam Saygin die meisten Stimmen: 1192.

Allerdings musste die G 2000 insgesamt starke Einbußen zum Teil zugunsten der neu angetretenen Listen hinnehmen. Bei der vorausgegangenen Wahl 2010 war sie noch auf 66,22 Prozent gekommen.

Ebenfalls die auf die G  2000 folgenden Listen, die Alternative Kassel (sie wurde mit 17,95 Prozent gewählt und nimmt sieben Sitze im neuen Beirat ein) und die Europaliste (16,93 Prozent/sechs Sitze) sind bereits alte Hasen im Ausländerbeirat.

Neue Listen

Darüberhinaus werden alle drei zum ersten Mal aufgestellten Listen im städtischen Gremium vertreten sein. Die Liste Neues Kassel kam auf 9,32 Prozent und wird mit drei Kandidaten antreten; die „Aktion für Integration“ wurde von 8,38 Prozent Wählern favorisiert und entsendet ebenfalls drei Kandidaten. Die Somalische Liste wählten 5,14 Prozent, sie wird mit zwei Kandidaten vertreten sein. 23 Stimmzettel waren ungültig.

Ein Wehrmutstropfen der Wahl liegt darin, dass gerade mal 1621 Menschen in zehn Wahlbezirken ihre Stimmen zur Ausländerbeiratswahl abgegeben haben. Das sind 6,37 Prozent von insgesamt 25 448 Wahlberechtigten. Bei der Wahl vor fünf Jahren lag die Beteiligung noch bei 10,33 Prozent und damit höher als im Landesdurchschnitt von 8,2 Prozent.

Die Hauptaufgaben des Ausländerbeirats liegen in der Interessenvertretung der ausländischen Einwohner und in der Beratung der Gemeindeorgane. Er hat eine beratende Stimme und Antragsrecht in der Stadtverordnetenversammlung, in Ausschüssen und Ortsbeiräten. Zudem trägt er zur Verständigung zwischen Deutschen und Ausländern bei. Das in Kassel zum ersten Mal 1981 gewählte Gremium gehört zu den ersten in der ganzen Republik.

Zur Ausländerbeiratswahl 2015 hatten sich in Kassel sechs Listen mit 96 Kandidaten aufstellen lassen. Der neue Ausländerbeirat wird sich während seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 22. Dezember, konstituieren. Archivfoto: nh

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