Gastronom wollte in den Prinzessgarten

Neben der Orangerie: Almhütte wird wieder abgebaut

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Die Hütte muss bis Mitte September wieder verschwinden: Einige Menschen stören sich an dem temporären Bau neben der Orangerie.

Kassel. Eigentlich ist die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) immer sehr penibel, wenn es um die Karlsaue geht. Lange war die MHK sogar dagegen, dass der Penone-Baum nach der documenta im vergangenen Jahr in der barocken Parkanlage stehen bleiben darf.

Der Landesbetrieb achtet in der Regel darauf, dass die Anlage so wenig wie möglich durch Fremdkörper beeinträchtigt wird.

Ausnahme scheint allerdings die Almhütte des Gastronomen Thomas Nähler zu sein, die er Mitte Juni vor dem Hessentag neben der Orangerie hat aufbauen lassen. Die 200 Quadratmeter große Holzhütte steht bis heute.

An dem Anblick stören sich allerdings einige Bürger. „Was hat eine Almhütte neben der Orangerie zu suchen?“, fragt eine HNA-Leserin.

Nähler erklärt, dass er mit der MHK einen Vertrag hatte, dass die Hütte bis nach dem Zissel stehen bleiben durfte. Der Zissel ist mittlerweile über eine Woche vorbei und das Holzhaus steht immer noch. Die Verzögerung sei darauf zurückzuführen, dass man mit der MHK vereinbart habe, eine Hälfte der teilbaren Hütte im benachbarten Prinzessgarten an der Fulda aufzubauen, sagt Nähler. Allerdings fehle dafür immer noch die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

Landschaftsschutzgebiet

Solch eine Genehmigung wird es allerdings nicht geben. Nach Angaben von Heinz Spangenberg, Leiter des städtischen Bau- und Planungsamts, gibt es keine Möglichkeit, die Hütte im Prinzessgarten – hierbei handelt es sich um ein Landschaftsschutzgebiet – zu genehmigen. Darin sei er sich mit seiner Kollegin Regula-Maria Ohlmeier, Leiterin des Umwelt- und Gartenamts, in dem die Untere Naturschutzbehörde angesiedelt ist, einig.

Die Almhütte sei neben der Orangerie als „fliegender Bau“ anlässlich des Hessentags genehmigt worden. Solche temporären Gebäude müssten nach drei Monaten wieder verschwinden. Gastronom Nähler habe noch eine Frist bis zum 15. September, um die Hütte wieder abzubauen.

Der Platz neben der Orangerie müsse so verlassen werden, wie er vorher gewesen sei, sagt MHK-Sprecherin Lena Pralle. Grundsätzlich sei die MHK sehr großzügig, was die Nutzung ihrer Liegenschaften durch externe Veranstalter angehe. Jedenfalls für fliegende Bauten.

Die MHK habe allerdings niemals mit dem Gastronomen Nähler vereinbart, dass er anschließend seine Hütte im Prinzessgarten aufbauen könne, sagt Pralle.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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