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Zu alt: Kassel droht Hausärztemangel

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Kassel. In einigen Jahren wird es in Kassel einen Mangel an Hausärzten geben. Das sagt Prof. Ferdinand M. Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Die Prognosen sind alarmierend.

Derzeit gibt es in der Stadt Kassel nach den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen 106 Fachärzte für Allgemeinmedizin. Damit ist Kassel insgesamt optimal versorgt, der Versorgungsgrad liegt bei über 100 Prozent. Bereits 2015 sinkt die Versorgung nach den Prognosen Gerlachs aber unter 100 Prozent.

Auch die Prognosen der KV sind alarmierend. Geht man von einer Praxisaufgabe mit 65 Jahren aus, müssten 2025 fast 70 Prozent der hausärztlichen Praxen in Kassel neu besetzt werden. Und das wird schwierig. Denn um allein die jetzige Anzahl an niedergelassenen Allgemeinmedizinern aufrecht zu erhalten, müssten laut Gerlach doppelt so viele Allgemeinmediziner ausgebildet werden, wie dies derzeit der Fall ist. Im Durchschnitt sind die Hausärzte in Kassel momentan 53 Jahre alt.

Obwohl Kassel aktuell insgesamt gut mit Hausärzten versorgt ist, gibt bei der Verteilung auf die einzelnen Stadtteil deutliche Unterschiede. Die meisten Allgemeinmediziner sind in Bad Wilhelmshöhe (13), im Vorderen Westen (12) und Mitte (13) niedergelassen, in Brasselsberg und Jungfernkopf gibt es keine, in Süsterfeld/Helleböhn und Forstfeld etwa nur einen.

Schon jetzt haben Hausärzte in Kassel Probleme, einen Nachfolger zu finden. Das zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Stadtteil Niederzwehren. Dort hat eine Praxis dicht gemacht. Die Folgen spürt der benachbarte Hausarzt Dr. Peter Fleischmann, weil die Patienten jetzt vor seiner Tür stehen. Doch der ist ausgelastet. „Ich kann keine Patienten mehr aufnehmen“, sagt er. Vor allem ältere Patienten hätten jetzt Probleme, weil sie Ärzte in anderen Stadtteilen aufsuchen müssten.

Von Mirko Konrad

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