„Blauer Sonntag“ vom 25. bis 28. August

Alte Fernrohre, neue Technik: Einblicke in die Industriegeschichte Kassels

Sorgen für einen Blauen Sonntag mit Durchblick: Ursula Winter (links) und Dörte Lenz vom Netzwerk Industriekultur Nordhessen und Björn Schirmeier vom Astronomisch-Physikalischen Kabinett in der Orangerie. Foto: Ludwig

Kassel. Von den weltältesten Fernrohren bis hin zu modernsten Fabriken reicht das Angebot des „Blauen Sonntag“, der vom 25. bis 28. August in Kassel und der Region stattfindet.

An diesen Tagen wird zum nunmehr achten Mal die ganze Bandbreite heimischer Industriekultur präsentiert. In diesem Jahr steht die Veranstaltung, die insgesamt 124 Einzelaktionen und 48 Standorte umfasst, unter dem Motto „Genau geguckt“.

Genau hinschauen können die Besucher des Blauen Sonntag etwa im Astronomisch-Physikalischen Kabinett in der Orangerie. Dort werden ihnen nicht nur einige der weltältesten Fernrohre aus niederländischer Produktion präsentiert – sie können sogar durch diese hindurchschauen.

Weltälteste Teleskope

Eines der ältesten Fernrohre weltweit: Dieses Exemplar aus dem 17. Jahrhundert wird am „Blauen Sonntag“ präsentiert. Foto: MHK

Nach jüngsten Forschungsergebnissen gehören die sogenannten Kepler-Fernrohre aus der Sammlung der Kasseler Landgrafen zu den ältesten ihrer Art. Bei zwei der Geräte stellten internationale Wissenschaftler nun fest, dass sie aus dem 17. Jahrhundert stammen. Bislang waren sie ins 18. Jahrhundert datiert worden.

Den Bogen zur Industrie schlage die Fernrohr-Präsentation, da der landgräfliche Hofmechaniker die bis heute existierende Firma Breithaupt gründete, sagt Björn Schirmeier vom Astronomisch-Physikalischen Kabinett.

Führungen möglich: An der Salzmannfabrik gibt es Rundgänge. Archiv: Schachtschneider

Neben der Industriegeschichte, die etwa auch bei Führungen durch ehemalige Industriestandorte wie Messinghof, Salzmannfabrik und das Henschel-Werk in Rothenditmold erlebt werden kann, öffnen viele Betriebe in Stadt und Region ihre Pforten. Im „Sendung mit der Maus“-Stil gewinnen Besucher dabei Einblicke in die jeweilige Produktion, sagt Dörte Lenz vom Netzwerk Industriekultur, das die Veranstaltung auf die Beine stellt. Wegen der starken Nachfrage sind mehrere Betriebsführungen aber bereits ausgebucht.

Programm-Auszüge:

Do., 25. August 

• Eröffnet wird das lange Veranstaltungswochenende durch einen Festvortrag von Dr. Michael Korey, Oberkonservator am Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden. Ab 18.30 Uhr spricht er im Astronomisch-Physikalischen Kabinett zum Thema „Lieblingslinsen. Auf den Spuren der weltältesten Fernrohre“. Bereits ab 17.30 Uhr startet eine Führung zur Geschichte der Fernrohre.

Fr., 26. August 

An diesem Tag sind noch Besichtigungen in folgenden Firmen möglich. Jeweils ist eine Anmeldung zwingend erforderlich unter an@blauer-sonntag.de:

• 9.30 u. 14 Uhr: Mercedes-Benz Werk Kassel

• Ab 14 Uhr: Viessmann Werke in Allendorf

• 10 Uhr: Führung über das Uni-Areal mit Infos zu dessen Henschel-Geschichte. Treffpunkt Info-Point, Henschelstr. 4, kostenpflichtig: 9 Euro.

• 8 u. 10.30 Uhr: Wilhelmsthaler Mineralbrunnen GmbH, Calden

• 9.30 bis 15 Uhr: Thonet GmbH in Frankenberg

Sa., 27. August 

• Die Veranstaltung an diesem Tag ist bereits ausgebucht.

So., 28. August 

• 11 Uhr: Weitere Führung zu den Fernrohren im Astronomisch-Physikalischen Kabinett

• 10 u. 12 Uhr: Führung durch das in den 20er-Jahren gebaute DGB-Haus an der Spohrstraße (Anmeldung nötig).

• Messinghof, Leipziger Str. 291, von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Führung um 10.30 u. 12. 30 Uhr.

• Museum Neue Mühle, Neue Mühle 8: Führungen um 10 u. 13 Uhr. Museum 10-16 Uhr offen.

• Kesselschmiede/Skatehalle, Brandaustr. 1-3; Führung 16 Uhr • Netzwerk Hammerschmiede, Wolfhager Str. 109: Offene Künstlerateliers im ehemaligen Henschel Werk. Dortiges Henschel-Museum und Technik-Museum von 11-17 Uhr geöffnet.

• Salzmannfabrik: 12.15 u. 15.15 Uhr Führungen. Mehr: www.blauer-sonntag.de

Ausgebucht

Die Führungen sind ausgebucht: Donnerstag: Druck- und Spritzgusswerk Hettich in Frankenberg, Führung durch Autobahntunnel A44 Hirschhagen Freitag: Volkswagen AG Fertigung und OTC Baunatal, Monte Kali Heringen, Müllheizkraftwerk MHKW Kassel, B. Braun Melsungen AG Samstag: Ehem. Schmelztiegelfabrik Elias Goebel und Sohn Großalmerode Sonntag: Bustour durch das Kali-Revier Heringen, Felsenkeller Kölnische Straße Kassel, Ehem. Sprengstoffwerk Hirschhagen

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