Christian Geselle ist der Favorit

Analyse: Wer folgt auf Bertram Hilgen als OB in Kassel?

Kassel. Für eine Bilanz der Amtszeit von Oberbürgermeister Hilgen nach dessen angekündigtem Rückzug ist es noch zu früh. Schließlich ist Hilgen bis zum Sommer 2017 noch über ein Jahr im Amt. Deshalb blicken wir nach vorn - welche Konsequenzen ergeben sich aus der Tatsache, dass Bertram Hilgen nicht mehr zur OB-Wahl im März nächsten Jahres antritt?

Christian Geselle

In der Kasseler SPD gibt es nur einen Kandidaten, der das Format zum OB und die Chancen hätte, auch gewählt zu werden: Sozialdezernent und Kämmerer Christian Geselle. Er ist der Senkrechtstarter in der SPD: Sowohl als Flüchtlings-Manager als auch als Herr über die Finanzen macht er einen guten Job.

Geselle selbst hätte es wohl ganz gern gesehen, wenn Hilgen noch eine Amtszeit gemacht hätte, um sich als „Jungstar“ der Kasseler Sozialdemokraten (Geselle ist 40 Jahre alt) weiter zu profilieren. Aber sicher scheint: Wenn die SPD es will, wird Geselle antreten.

Und Susanne Selbert, SPD-Aushängeschild aus dem Landkreis Kassel? Tritt sie an, würde sich wohl mancher Wähler in Kassel fragen: Warum soll ich die Nummer zwei aus dem Landkreis Kassel zur Nummer eins in der Stadt Kassel machen? Natürlich wäre es durchaus sympathisch, wenn mal eine Frau auf dem Chefsessel Platz nehmen würde. Der Frauenbonus allein wird aber nicht reichen.

Susanne Selbert

Die Kasseler Grünen stehen auch vor einer schwierigen Entscheidung: Soll man einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, der die Chancen des Partners SPD schmälern könnte? Eine geeignete Bewerberin fände man schnell in den eigenen Reihen: Schuldezernentin Anne Janz, die durchaus erfolgreich ihre Arbeit macht. Es sieht so aus, als ob die Grünen bei der OB-Wahl nicht nur zugucken werden.

Und die CDU? Sie ist nun unter Zeitstress. Die nicht ausgesprochene Vermutung, man habe sowieso keine Chance gegen Hilgen, also sei es egal, wer antritt, trifft nun nicht mehr zu. Ein Kandidat mit Erfolgsaussichten muss her. CDU-Chefin Eva Kühne-Hörmann wird nicht antreten - sie hat einen Job als Ministerin. Und Fraktionsvorsitzender Norbert Wett weiß zwar, wie in Kassel der politische Hase läuft, ist beim Wahlvolk aber weitgehend unbekannt. Viel zu tun für die CDU.

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