Angriff mit Bierflasche und Messer: Prozess gegen 31-Jährigen startet

Kassel. Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung steht ein 31 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Kassel ab heute vor der 6. Strafkammer des Landgerichts, die als Schwurgericht tagt.

Die Anklage wirft dem Mann drei Taten vor. Anfang Juli vergangenen Jahres soll er in der Jägerstraße in Kassel einem damals 46-Jährigen unvermittelt eine volle Bierflasche gegen den Kopf geschlagen haben. Drei Wochen später soll er am Halitplatz aus fünf Metern Entfernung eine Bierflasche nach einem 36-Jährigen geworfen haben. Die Flasche zersplitterte an einem Baum, ein Splitter fügte dem anderen Mann eine Platzwunde im Nasenbereich zu.

Am schwersten aber wiegt die Tat, die der Angeklagte im August wieder in der Jägerstraße begangen haben soll. Dort hat er laut Staatsanwaltschaft einen 22-Jährigen nach Geld gefragt. Als der angab, nur zwei Euro zu haben, soll der Beschuldigte zugeschlagen haben. Als der Angegriffene sich wehrte, soll der Angeklagte ihm ein Messer in den oberen Brustbereich gestoßen haben. An der stark blutenden Wunde wäre der Mann nach Einschätzung der Anklage ohne rasche ärztliche Hilfe gestorben.

Der möglicherweise psychisch kranke Angeklagte ist derzeit in einem forensischen Krankenhaus untergebracht. In dem Sicherungsverfahren soll unter anderem seine Schuldfähigkeit geprüft und über seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie entschieden werden.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt, 18 Zeugen und zwei Sachverständige sind geladen. Beginn ist heute um 9 Uhr im Saal D130.

Hintergrund

Bei einem so genannten Sicherungsverfahren kommt eine Verurteilung zu einer Geld- oder Freiheitsstrafe, wie sie das Strafgesetzbuch vorsieht, nur dann in Betracht, wenn der Täter verhandlungsfähig ist und zum Zeitpunkt der Tat schuldfähig war, erläutert der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Dr. Götz Wied. Sei dies nicht der Fall, sei ein Strafverfahren rechtlich nicht möglich. Eine Schuldunfähigkeit könne beispielsweise dann vorliegen, wenn der Täter bei der Tat aufgrund einer krankhaften seelischen Störung unfähig war, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. In diesem Fall kommt laut Dr. Wied nach dem Strafgesetzbuch ein Sicherungsverfahren in Betracht. Dr. Wied: „Es bezweckt die Sicherung der Allgemeinheit vor gefährlichen Straftätern. Am Ende eines Sicherungsverfahrens kann insbesondere die Unterbringung des Täters in einem psychiatrischen Krankenhaus stehen.”

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