Angriffe auch nach der Trennung

Immer mehr geschiedene Frauen fürchten Gewalt des Ex-Manns

Kassel. Scheidung und Trennung sind für immer mehr Frauen in und um Kassel die Ursache für konkrete Angst vor häuslicher Gewalt.

Das ergibt die aktuelle Statistik der Kasseler Frauenberatungsstelle „Frauen informieren Frauen“ (Fif).

Die Zahl der Frauen, die im vergangenen Jahr Beratung in Anspruch genommen haben, ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen. Die Beratungen haben sich 2015 mit insgesamt 585 Gesprächen innerhalb von einem Jahr um ein Fünftel erhöht.

Einen besonders hohen Beratungsbedarf zum Sorge- und Umgangsrecht haben auffallend viele junge Frauen und Mütter geäußert. Waren es 2013 noch 43 Frauen im Alter zwischen 20 und 30, so hat sich diese Zahl in zwei Jahren verdoppelt. Die Frauen gaben an, dass sie „schwerwiegende Probleme mit der Ausgestaltung von Umgangskontakten mit dem Vater der gemeinsamen Kinder haben“, so Heike Upmann von Fif.

Die hilfesuchenden Frauen erzählten den Sozialarbeiterinnen, dass es bei den Kindesübergaben oder bei Absprachen mit dem Vater häufig zu verbalen Attacken, Einschüchterungen, Bedrohungen sowie körperlichen Angriffen komme. „Viele gewalttätige Männer nutzen den Umgang mit ihren Kindern immer wieder, um Kontrolle und Macht über die Frauen auszuüben“, sagt Upmann. Es gehe weniger darum, die Kinder zu sehen.

Generell verzeichnet die Polizei in Kassel einen geringen Anstieg von angezeigten Fällen häuslicher Gewalt, so Polizeisprecher Matthias Mänz. Waren es 2013 insgesamt 332 Fälle, so stieg die Zahl im Jahr darauf auf 351. Im Jahr 2015 gingen bei der Polizei in Kassel 355 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt ein. „Wir arbeiten eng und gut mit den Frauenhilfsorganisationen zusammen“, sagt Mänz. Ein Anstieg der Anzeigen sei auch ein Zeichen für eine gute Aufklärung und dafür, dass die Dunkelziffer abnehme.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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