Gewerkschaft startet Kampagne gegen Gewalt

Angriffe auf Polizisten nehmen weiter zu - 96 Fälle in Kassel

Kassel. Die Zahl der Widerstände gegen und Angriffe auf Polizeibeamte nimmt seit Jahren zu. Und nach wie vor würden zu wenige Fälle auch strafrechtlich geahndet, sagt der Polizist Christoph Möhring, Vorsitzender der Jungen Gruppe in Nordhessen.

Die Nachwuchsorganisation der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat deshalb die Kampagne „Auch Mensch - Polizei im Spannungsfeld“ neu aufgelegt. 

Polizeisprecher Torsten Werner bestätigt Möhrings Angaben. Seit 2013 sei ein kontinuierlicher Anstieg der Angriffe auf Polizisten auch in Kassel festzustellen. Vor drei Jahren gab es 82 Fälle, 2014 waren es 86 und im vergangenen Jahr 96 Anzeigen.

Die Kampagne der Gewerkschaft habe zum Ziel, bei Politik und Gesellschaft ein Bewusstsein für die Gefahren des Polizeiberufs zu schaffen. Den Menschen solle klar gemacht werden, dass hinter jeder Uniform und hinter jeder Dienstmarke ein ganz normaler Mensch mit Angehörigen stehe, so Möhring.

Welchen Angriffen Polizeibeamte ausgesetzt sind, macht Möhring an einem Beispiel aus Kassel deutlich. Wie die HNA berichtet hatte, attackierte und verletzte ein Psychiatriepatient im September in Niederzwehren drei Beamte. Letztlich wurde der Mann von einem Polizisten mit einem Schuss ins Bein gestoppt.

Bei dem Angriff des 31-Jährigen, der zuvor aus der Psychiatrie Ludwig-Noll-Krankenhaus geflüchtet war, wurde auch eine 20-jährige Polizeianwärterin verletzt. Laut Stefan Rüppel, Vorsitzender der GdP Nordhessen, wurde die Frau von dem 31-Jährigen auf den Boden geworfen und dort von ihm geschlagen und getreten.

Anschließend habe der Mann die Polizeischülerin an den Haaren über die Straße gezogen und versucht, ihr die Dienstwaffe zu entreißen. Die junge Frau, die Todesangst gehabt habe, war nach der Attacke zunächst krank geschrieben, ist nun aber wieder im Dienst.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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