Anhänger der PKK bekennen sich

Anschläge auf Parteizentralen von Kasseler SPD und CDU

CDU-Zentrale: Hier und auch bei der SPD kam es zu erheblichen Beschädigungen.

Kassel. Sympathisanten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK haben in der Nacht zum Donnerstag Anschläge auf die Kasseler SPD und CDU verübt. Verwendet wurden Steine und Farbe.

Aktualisiert um 13.55 Uhr.

Im Internet hat sich eine linke Gruppierung zu den Sachbeschädigungen bekannt. Bei der SPD-Zentrale an der Humboldtstraße schlug um kurz nach 2 Uhr die Alarmanlage an. Um 2.27 Uhr hätten Mitarbeiter der Schließgesellschaft die Beschädigungen gesehen, berichtete SPD-Bezirksgeschäftsführer Wilfried Böttner. Die Fassade des Hauses wurde mit Farbe verunstaltet und die Eingangstür mit Steinen beschädigt. Die Farbe war zuvor in Glühbirnen gefüllt worden. Die Glühbirnen waren dann an die Hauswand geworfen worden, so dass sie zersprangen und die Farbe auslief. Ein Zeuge berichtete gegenüber der Polizei, dass mindestens drei Personen kurz nach der Tat geflüchtet seien.

Auf die Haustür der SPD-Zentrale warfen die Unbekannten Steine. Weil es sich um Sicherheitsglas handele, seien aber nur Risse entstanden, sagte Böttner. Abbildungen, Schriftzüge oder andere Zeichen für einen politischen Hintergrund seien nicht erkennbar. Den Schaden schätzte Böttner auf mehrere 1000 Euro.

Dasselbe Vorgehen

Farbe auf die Hauswand, Steine an die Tür: Nach dem gleichen Muster wurde in der Nacht auch die CDU-Parteizentrale im Steinweg beschädigt. In der Nacht meldete sich ein Zeuge bei der Kasseler Polizei und berichtete, gegen 2.45 Uhr vier maskierte und dunkel gekleidete Personen bei ihrer Flucht vom Tatort gesehen zu haben.

Geschäftsstellen-Geschäftsführer Günther Noetzel sagte, dass auch hier keinerlei Hinweise auf ein politisches Motiv erkennbar seien. Einer der geworfenen Steine habe nicht nur Risse, sondern auch ein Loch in das Glas der Eingangstür geschlagen. Über die Höhe des Schadens könne er noch keine Angaben machen. Die CDU sei Mieter in dem Gebäude.

SPD und CDU haben Anzeige gestellt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.

Auf der Interseite linksunten.indymedia.org hat sich eine „Gruppe von losen Menschen“ zu der Sachbeschädigung bekannt. Dies sei ein Zeichen des Protestes gegen die Stigmatisierung der kurdischen Freiheitsbewegung in Deutschland. Die Aktivisten fordern unter anderem die Aufhebung des PKK-Verbots und ein Ende der Kriminalisierung kurdischer Politiker.

Die Ermittler des Polizeipräsidiums Nordhessen bitten weitere Zeugen, die Hinweise auf die Identität der Täter geben können, sich unter der Telefonnummer 0561/9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

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