Bäume statt Basaltabbau: Druseltal soll aufgeforstet werden

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Abbaufläche im Habichtswald: Der Basaltabbau im Druseltal ist beendet, das Gelände soll jetzt aufgeforstet werden. Rechts oben im Bild ist einer der Türme des Seniorenstifts Augustinum zu sehen.

Kassel. Der ehemalige Basaltsteinbruch im Druseltal soll nicht als Parkplatz oder für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Das geht aus einem Schreiben der Bergaufsicht beim Regierungspräsidium Kassel hervor.

Demnach soll die Fläche des Tagebaus demnächst aufgeforstet werden.

Mehr zum Druseltal finden Sie im Regiowiki.

Noch in diesem Jahr sei mit der Zulassung des Abschlussbetriebsplans zu rechnen. So lautet die Anwort auf eine Anfrage von Ingrid Pee, die sich über viele Jahre in der Bürgerinitiative Pro Habichtswald für ein Ende des Basaltabbaus eingesetzt hat. Die Basalt AG als ehemaliger Betreiber des Steinbruchs, hat einen entsprechenden Plan zur Genehmigung vorgelegt. Dabei geht es um die Rekultivierung und Sicherung des Geländes.

Im Zusammenhang mit der Verkehrsbelastung am Herkules hatte es Überlegungen gegeben, das Gelände im Druseltal als Ausweichparkplatz zu nutzen. Diese Überlegungen sind vom Tisch. „Der größte Teil des Geländes wird auf eine Ebene gebracht und zunächst mit Vorwald bepflanzt“, sagt Förster Dieter Schorbach (Hessen Forst). Anspruchslosere Baumarten wie die Erle sollen den Boden für den geplanten Mischwald bereiten.

Biotop für Uhu und Falke 

Besonders interessant sind die Steilhänge am Rand des Steinbruchs. Hier sollen Sonderbiotope entstehen, die unter anderem Uhus und Wanderfalken Lebensraum bieten. Damit ist auch klar, dass es in dem vor einem Jahr stillgelegten Steinbruch weder einen Kletterpark noch eine Dirtbikestrecke geben wird. Auch darüber wurde im Vorfeld diskutiert.

Ausgleich am Fernsehturm

Als Ausgleich für den Abbau im Druseltal wurden nach Angaben von Hessen Forst 7,5 Hektar Gelände in der Nähe des Fernsehturms auf dem Essigberg (ehemaliges Munitionsdepot) aufgeforstet. Der Steinbruchbetreiber habe seine Verpflichtungen verlässlich eingehalten, so die Forstverwaltung.

Der Basaltabbau im Druseltal hat in früheren Jahren immer wieder zu Protesten geführt. Gegen den Eingriff in den Habichtswald und den Lärm durch die Sprengungen gingen sogar Bewohner des benachbarten Seniorenstifts Augustinum auf die Straße. Der Steinbruch beschäftigte Gerichte, es gab Petitionen, die Bürger- und Wählerinitiative Pro Habichtswald trug den Protest bis in die Ortsbeiräte Brasselsberg und Bad Wilhelmshöhe.

Genehmigung bis 2035 

Die Basalt AG - der Hauptsitz ist in Erfurt - hätte an dieser Stelle noch 20 weitere Jahre Abbau betreiben können. Eine Genehmigung dafür gab es. Nach Angaben des Unternehmens war die Qualität des Basalts in der jüngsten Erweiterungsfläche allerdings nicht so gut wie erwartet. Andere Abbaugebiete wie der Ölberg in Söhrewald-Wattenbach seien attraktiver.

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