Die Ausstellung im Video

Ausstellung im Ottoneum: Ötzi hatte Haustiere

Kassel. Zum Nutzen waren sie früher da. Seit 200 Jahren sind Tiere für uns vor allem niedlich. Sie versüßen Freizeit, helfen Kranken oder machen es sich auf dem Sofa bequem.

Die Ausstellung „Tiere - Zwischen Hof und Hobby“ im Naturkundemuseum Ottoneum Kassel bietet einen Einblick in unser Verhältnis zu den Tieren, vom Hausschwein bis zur Vogelspinne. Am Freitag, 3. Juni, eröffnet sie um 18 Uhr.

„Auch Ötzi, der Steinzeitmensch, hatte schon Haustiere“, sagt Dr. Kai Füldner, Direktor des Ottoneums. Das zeigt die menschengroße Figur mit dem Wolfsexponat.

Gerade unsere heutigen Haustiere hätten teilweise einen überraschenden Wandel hinter sich. „Yorkshire Terrier waren früher Rattenfänger in England. Heute haben sie eine Schleife im Haar.“ Katzen hingegen haben als Nutztiere keine Funktion. Klischeehaft zeigen das die ausgestopften Tiere auf dem Sofa, die farbenfrohe Illustrierte daneben.

Mensch-Tier-Beziehung in der Jungsteinzeit: So sah das Hausschwein aus. Foto: Koch

Die Volontärinnen des Ottoneums, Annika Hesse und Dagny Müller, haben den aktiven Teil der Ausstellung gestaltet: An einer Hörstation können Besucher unterschiedliches Hundegebell den entsprechenden Situationen zuordnen, im Spiegel mit animierten Bildern die Idealgröße ihres zukünftigen Hundes ermitteln, oder sich selbst mal in die Fußstapfen eines Vierbeines versetzen, indem sie hinter Gittern auf dem „Menschenhamsterrad“, einem Hometrainer, strampeln.

Dass wir Menschen als Halter von Tieren auch Pflichten haben, ist ein wichtiger Aspekt der Ausstellung. Macht es Sinn, einen Chinchilla fürs Kind zu kaufen, wenn die Tiere 20 Jahre alt werden? Wie groß sollte ein Käfig sein? Der hier ausgestellte zeigt die gängige Größe: 60 mal 30 Zentimeter. So groß wie ein Mensatablett.

Einblick in die Tiere-Ausstellung des Ottoneums

Die Käfige dieser Größe würden auch in Zoohandlungen verkauft, erklärt Annika Hesse. Laut Tierärztlicher Vereinigung sind sie allerdings viel zu klein. Mit der Kloschüssel neben den Terrarien lebender exotischer Tiere wollen Hesse und Müller zeigen, wo Haustiere mitunter landen, wenn sie Besitzer nicht mehr haben wollen. Mit Folgen. Es seien schon Schlangen in anderen Badezimmern über die Kanalisation wieder aufgetaucht.

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