Wegen Vandalismus und Trinkerszene

Randale und Schlafplatz: Automatenräume immer häufiger nachts zu

Obdachlose nicht nur vor der Tür: Trinker nutzten die Sparkassen-SB-Zone an der Friedrich-Ebert-Straße 59 zuletzt häufig als Schlafplatz. Nun wird sie um 22 Uhr abgeschlossen. Fotos: Ludwig

Kassel. In vielen Kasseler Banken gibt es nicht mehr rund um die Uhr Bargeld. Weil Trinker, Obdachlose und Feierwütige nachts in den Selbstbedienungszonen (SB-Zonen) der Kreditinstitute randalieren und diese auch als Schlafplatz nutzen, werden sie immer häufiger von 22 bis 6 Uhr geschlossen.

Nun bleibt auch der wegen der Kneipenmeile stark frequentierte Automatenraum der Kasseler Sparkasse an der Friedrich-Ebert-Straße 59 (Ecke Westendstraße) nachts dicht. Eine private Bank hat kürzlich zwei Automaten an der Kneipenmeile aufgestellt. Wer dort abhebt, zahlt aber entsprechende Gebühren.

Die Probleme sind nicht neu: Bereits im Jahr 2012 hatten sich am Wehlheider Platz mit der Kasseler Sparkasse sowie der Kasseler Bank die ersten beiden Filialen zu dem Schritt entschlossen. Weitere Filialen folgten, da die Obdachlosen und Trinker sich einfach neue Automatenräume suchten, um der nächtlichen Kälte zu entfliehen. Neben dieser Szene missbrauchen aber auch einige Partygänger regelmäßig die SB-Bereiche zum Urinieren oder um ihrer Zerstörungswut freien Lauf zu lassen.

Folgende Räume mit Bankautomaten und Kontoauszugsdruckern in Kassel sind von den nächtlichen Schließungen betroffen.

• Kasseler Sparkasse: Bei der Sparkasse bleibt neben den Standorten Westend (Friedrich-Ebert-Straße 59) und Wehlheider Platz (Kirchweg 31) auch die SB-Zone der Filiale an der Friedenskirche (Friedrich-Ebert-Straße 133) seit 2013 nachts geschlossen.

An der Tür des SB-Bereichs Westend verweist ein Schild Sparkassenkunden für die Nachtstunden auf den Bahnhof Wilhelmshöhe als nächstgelegenen Automatenstandpunkt. Allerdings ist die SB-Zone am Ständeplatz, die zur Geschäftsstelle an der Wolfsschlucht gehört, deutlich näher.

• Kasseler Bank: Die Bank schließt derzeit nur ihre SB-Zone am Standort Wehlheider Platz nachts ab. „Wir haben zwar auch an ein, zwei anderen Standorten Probleme, die regeln wir aber über den Sicherheitsdienst“, so Bank-Sprecherin Christina Hackenberg.

• Commerzbank: Nur der Automatenraum der Filiale an der Friedrich-Ebert-Straße/ Ecke Goethestraße bleibt nachts dicht.

• Deutsche Bank und Sparda Bank verschließen ihre SB-Zonen aktuell nachts nicht.

• Postbank: Die Postbank-SB-Zone an der Unteren Königsstraße 95 (neue Hauptpost) ist sogar bereits ab 20 Uhr und bis 7.30 Uhr verschlossen. Davon betroffen sind auch die Postfächer. Allerdings ist außen am Gebäude ein Geldautomat angebracht, der 24 Stunden zugänglich ist. Die weiteren Postbank-SB-Zonen Rolandstraße und alte Hauptpost sind auch nachts geöffnet.

Früher mussten Bankkunden zunächst ihre Karte in ein Lesegerät stecken, um Zugang zu den Selbstbedienungszonen zu bekommen. Inzwischen ist dies oftmals nicht mehr erforderlich, die Automatenräume stehen jedem offen. Grund dafür sind Betrüger, die die Lesegeräte an der Tür manipuliert hatten, um die Daten von Bankkarten auszuspähen.

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