Eröffnung mit Beginn der Wasserspiele

Alles neu in der Alten Wache - Früheres Schloss-Café öffnet nach Sanierung am Sonntag

Am Wochenende soll alles bereit sein für Gäste: Im ehemaligen Schloss-Café wird auch heute noch fieberhaft gearbeitet. Fotos:  Hedler

Kassel. Pünktlich zum Beginn der Wasserspiele am 1. Mai im Bergpark Wilhelmshöhe macht das Café-Restaurant in der Alten Wache nach siebenmonatiger Umbaupause wieder auf - für die neue Betreiberfamilie Carciola („La Galleria“) eine echte Punktlandung, denn im bisherigen Schloss-Café wurde am Donnerstag noch an allen Ecken und Enden gearbeitet.

Zwischen Kartonbergen und Handwerker-Utensilien war bereits erkennbar, wie sehr sich die bislang eher plüschig-traditionellen Gasträume verändert haben. Nachdem die langjährigen Pächter Astrid und Mahmoud El Ahl das Lokal im vergangenen Herbst abgegeben hatten, nutzte die Museumslandschaft Hessen Kassel die Wintersaison für eine umfassende Innensanierung, die laut MHK „einen mittleren sechsstelligen Betrag“ gekostet hat.

Augenfälligste Änderung: Die teilweise Abhängung der Decke im Hauptgastraum wurde ausgebaut, dadurch kommen die Säulen und die bemalte Kassettendecke besser zur Geltung. Frontal zum Eingang gibt es nun einen dominierenden Theken- und Barbereich mit Kuchenbuffet.

Die mächtige Espressomaschine gibt einen Hinweis, was sich am Konzept geändert hat: Die „Alte Wache Ristorante Caffè“ will italienische Küchenakzente in den klassizistischen Klinkerbau holen und für mittags und abends eine entsprechende Restaurant-Speisekarte anbieten. „Es bleibt aber ein Café“, betont Pächter Claudio Carciola, der das Lokal gemeinsam mit seiner Schwester Adriana führt.

Von insgesamt 80 Plätzen im Inneren entfallen je etwa 20 auf zwei unterschiedlich gestaltete Nebenräume: Der lindgrüne „Offizierssaal“ mit Holz- und Beigetönen ist mit Anklängen an den Empire-Stil bestuhlt, die in Weinrot gehaltene Wachstube präsentiert sich gemütlich-intimer und eher zeitgenössisch. Weitere 120 Plätze gibt es bei gutem Wetter auf der großen Terrasse.

Nach über vier Jahrzenten sei eine bauliche und technische Verjügungskur für die Gastronomieräume überfällig gewesen, sagte Christoph Klein von der Liegenschaftsverwaltung der MHK. Die Alte Wache hat zeitgemäß renovierte Sanitärräume sowie eine neue Küchentechnik erhalten. Außerdem seien sämtliche Elektroleitungen, Wasser- und Abwasserrohre erneuert worden, sagte Norbert Arnold von der MHK-Bauabteilung. Der Neuanstrich von Wänden und Säulen folgt nach seinen Worten exakt dem Zustand, wie er bei der Fertigstellung des Gebäudes vor knapp 200 Jahren war.

Zur Wiedereröffnung mit Live-Musik ist die Öffentlichkeit für Sonntag von 12 bis 18 Uhr eingeladen. Die Öffnungszeiten ab kommender Woche: dienstags und mittwochs von 11 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags von 11 bis 22 Uhr sowie samstags und sonntags - dann wird in der Alten Wache auch Frühstück angeboten - von 9 bis 22 Uhr.

Hintergrund: Klassizistik-Bau von Johann Conrad Bromeis

Die Schlosswache am Bergpark Wilhelmshöhe wurde in den Jahren 1824 bis ’26 von Hofbaumeister Johan Conrad Bromeis im klassizistischen Berliner Stil errichtet. Der rote Ziegelbau mit seinen dorischen Säulen entstand zur Zeit von Kurfürst Wilhelm II.

Nachdem Hessen-Kassel 1866 von Preußen annektiert worden war, verlor das Gebäude seine Funktion als Wachhaus. Es wurde 1885 zur Poststelle umgenutzt und bekam für diesen Zweck eine Zwischendecke eingezogen, die nun bei der Sanierung entfernt wurde.

In den 1950er-Jahren wurde das Haus zum Schloss-Café umgebaut. Von 1977 bis Herbst 2015 führte dort die Pächterfamilie El Ahl Regie.

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