Wandmalerei auf 900 Quadratmeter ausgebessert

Ballhaus wird bis Spätsommer für 5,4 Mio. Euro saniert

Noch nicht saniert: Auf der Empore oberhalb des Ballsaales stehen die Arbeiten noch an.

Kassel. Im Ballhaus im Bergpark laufen noch bis zum Spätsommer Sanierungsarbeiten. Die Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) lässt das Gebäude für 5,4 Mio. Euro instandsetzen.

Vor allem die Restaurierung der imposanten Wand- und Deckenmalereien ist aufwendig. Diese erstrecken sich auf 900 Quadratmeter. Ein gutes halbes Jahr werden vier Restauratoren benötigen, um die Malereien zu reinigen, auszubessern und Wasserschäden zu beseitigen. Wir warfen einen Blick auf die Baustelle.

Von außen fast fertig: Das Ballhaus erstrahlt nun wieder in seiner Ursprungsfarbe. Seit den 70er-Jahren war es rosa.

Die Außenarbeiten am 1810 erbauten Ballhaus sind so gut wie abgeschlossen. Das Schieferdach wurde ausgebessert und die Fassade hat wieder ihre ursprüngliche Farbe. Bei der letzten Sanierung von 1976 bis 1984 war das Ballhaus rosa gestrichen worden. „Damals hatte man nur ein Bild als Vorlage“, sagt Astrid Schlegel von der Bauabteilung der MHK. Bei der jetzigen Rekonstruktion sei in den bauzeichnerischen Unterlagen recherchiert worden. Dort sei als Farbton Chamois angegeben – ein bräunlich-gelber Naturfarbton. Am Sandsteinsockel laufen noch Arbeiten.

Auch die Fenster wurden erneuert. Die neuen Fenster sorgten für eine bessere thermische Isolierung und hielten das für die Malereien schädliche UV-Licht ab, sagt Marcus Leinweber vom beauftragten Architekturbüro Sichau und Walter. Die Fensterläden werden derzeit aufgearbeitet – bleiben aber dunkelgrün.

Noch nicht saniert: Auf der Empore oberhalb des Ballsaales stehen die Arbeiten noch an.

Erneuert wird zudem die Haustechnik. Bisher war das Ballhaus durch eine Lüftungsanlage beheizt worden. Diese habe keine gleichbleibenden Temperaturen in dem Gebäude gewährleisten können, so Schlegel von der MHK. Weil die Temperaturschwankungen in der Vergangenheit für die Schäden an den Wand- und Deckenmalereien verantwortlich waren, wird nun eine Fußbodenheizung für ein konstantes Raumklima sorgen.

Im Ballsaal steht ein Gerüst, das bis unter das Tonnengewölbe reicht. So können die Restauratoren der Erfurter Firma Nüthen alle Malereien erreichen. Das Parkett wurde aufgearbeitet und wird derzeit noch durch eine Abdeckung geschützt.

Auch die Säulen, die das Tonnengewölbe stützen, werden saniert. Dabei kommt zum Vorschein, dass sich hinter den Verblendungen, die die Stützen wie Marmorsäulen anmuten lassen, Eichenbalken stecken. „Die Könige hatten damals auch nicht unbegrenzt Geld. Das war eine Möglichkeit Geld zu sparen“, so Leinweber vom Architekturbüro.

Bei Arbeiten im Keller des Ballhauses kamen die Fundamente zum Vorschein, die von der ursprünglichen Nutzung des Ballhauses als Theater stammen. Es sind die Fundamente der damaligen Ränge.

Mehr zum Ballhaus lesen Sie im Regiowiki.

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