Eltern müssen Schaden erstatten

Baumhaus gebaut und 200 Buchen abgeholzt: Junge Täter stellen sich

Beachtlicher Bau: Dieses Baumhaus haben die Jugendlichen in den vergangenen Monaten an der Lichtung Rehwiesen im Habichtswald errichtet und dafür zuletzt auch rund 200 Jungbuchen abgesägt. Jetzt müssen sie das Baumhaus wieder abbauen und ihre Eltern für den angerichteten Schaden aufkommen. Fotos:  Schachtschneider

Kassel. Vier Jugendliche stecken hinter dem Baumhaus-Bau im Habichtswald. Die Eltern der vier 13-Jährigen aus Kassel meldeten sich nach einem HNA-Bericht über das unerlaubt errichtete Baumhaus am Gründonnerstag bei der Polizei.

Wie berichtet, hatten die Jungen etwa 200 junge Buchen im Umfeld der Lichtung „Rehwiesen“ oberhalb des Restaurants „Steinernes Schweinchen“ abgeholzt, um ihren imposanten Bau voranzutreiben.

Strafrechtliche Konsequenzen drohen den 13-Jährigen nicht - sie sind noch nicht strafmündig. Ihre Eltern müssen jedoch den Schaden in Höhe von rund 5000 Euro tragen.

Zunächst hatten die Jugendlichen nur ein Tipi bauen wollen, wie sie gegenüber der Polizei angaben. In ihrem Baueifer entwickelte sich daraus im Lauf der Zeit das fünf Meter hohe Baumhaus. Dieses hatten sie noch mit herumliegenden Ästen und Baumstämmen zusammengezimmert. Als sie jedoch für einen Zaun auf der Suche nach weiterem Holz waren, begannen sie, kleinere Bäume abzusägen, berichteten die 13-Jährigen den Beamten.

Zunächst hätten sie sich nichts dabei gedacht, schilderten die Baumhaus-Bauer. Erst als sie immer mehr Bäume fällten, habe einer der Jungen Bedenken bekommen und seine Mitstreiter überzeugt, damit aufzuhören. Erst durch den Zeitungsartikel und die Zurechtweisung ihrer Eltern sei ihnen bewusst geworden, dass das Abholzen der Jungbäume nicht in Ordnung war. „Den Eltern war bis dahin auch nicht klar, dass ihre Sprösslinge im Wald Tabula rasa machen“, sagte Polizeisprecher Matthias Mänz.

Auch bei Förster Arnd Kauffeld hat sich das reumütige Quartett persönlich entschuldigt. „Da haben Kinder ohne böse Absicht eine Grenze überschritten und heftigen Schaden angerichtet“, sagte der Revierleiter von Hessen Forst gegenüber der HNA. Die 13-Jährigen seien ihm nicht vorgekommen wie Rabauken, sondern eigentlich wie „prima Jungs“, so Kauffeld. Ihr Verhalten im Wald sei allerdings nicht zu tolerieren. „Wir sind ja froh, wenn junge Leute sich für den Wald interessieren, aber es gibt dabei Regeln. Es geht nicht, dass sich da jeder seine Butze baut – und schon gar nicht, wenn dafür Bäume abgeholzt werden.“

Ihr Baumhaus müssen die Jungen nun wieder abbauen. Über die Feiertage haben sie bereits damit angefangen. Bis Mitte April müssen sie fertig sein, ist mit dem Förster vereinbart. Den angerichteten Schaden wollen die Eltern der vier Baumeister begleichen. Vielleicht muss für den Ausrutscher im Wald am Steinernen Schweinchen nun das Sparschwein der Jungs abspecken.

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