Bewohner ziehen in neues Heim am Platz der Deutschen Einheit

Flüchtlingsheim im Druseltal wird dicht gemacht

Im August ist Schluss: Die Flüchtlingsunterkunft im Druseltal wird in wenigen Wochen geschlossen. Archivfoto: Malmus/nh

Kassel. Die Gemeinschaft im Flüchtlingsheim im Druseltal scheint gut zu sein. Als die Bewohner erfahren haben, dass das Heim geschlossen wird, war ihnen wichtig, dass sie zusammenbleiben.

80 Asylbewerber leben noch in der Unterkunft in Neu-Holland. Das Haus liegt an der Straße zum Herkules. Zum 1. August wird das Wohnheim schließen.

Dem Wunsch der Menschen, gemeinsam umzuziehen, kommt die Stadt nach. Die Bewohner werden in eine neue Großunterkunft am Platz der Deutschen Einheit verlegt. Das ehemalige Nixdorf-Haus wurde in den vergangenen Monaten umgebaut und soll mit dem Einzug in Betrieb gehen. Da also nur ein Teil der 250 Plätze belegt sein wird, erwarte die Menschen eine „entspannte Situation“, sagt Sozialdezernent Christian Geselle (SPD).

Auch die Sozialarbeiterinnen der Caritas, die die Flüchtlinge bisher begleitet haben, sollen weiterhin Ansprechpartnerinnen bleiben. „Uns ist wichtig, dass die Menschen nicht mit zu vielen Veränderungen konfrontiert sind“, so Geselle. Drei Familien, deren Kinder bereits in Kita oder Schule gehen, sollen in kleinere Gemeinschaftsunterkünfte im Einzugsgebiet der bisherigen Einrichtung umziehen.

Die Firma Vinber, die die Unterkunft im Druseltal betreibt, reagierte auf mehrere Anrufe der HNA nicht. Das Immobilienunternehmen, das seinen Sitz im Druseltal hat, betreibt außerdem die Großunterkünfte Park Schönfeld und Heinrich-Steul-Schule. Diese bleiben in Betrieb.

Hilfe von der Kirche

Die geplante Schließung des Heims im Druseltal wurde gestern bei einem Treffen des Arbeitskreises „Wilhelmshöhe ist bunt“ bekannt gegeben. Der von der evangelischen Christuskirche initiierte Arbeitskreis engagiert sich in der Flüchtlingshilfe im Stadtteil. Bei dem Treffen wurde überlegt, wie man die Asylbewerber vom Druseltal auch am neuen Standort unterstützen könnte.

Für die Bewohner der Unterkunft will die Stadt im Juli noch eine Info-Veranstaltung anbieten, bei der alle Details zum Umzug mitgeteilt werden sollen.

Die Unterkünfte in der Stadt

Die Stadt Kassel hält derzeit sechs große und 47 kleine Gemeinschaftsunterkünfte vor.

Großunterkünfte:

• Jägerkaserne, Ludwig-Mond-Straße (130 Plätze)

• Park Schönfeld, Frankfurter Str. (400)

• Heinrich-Steul-Schule, Forstfeld (135)

• Graf-Haeseler-Kaserne, Niederzwehren (195)

• Fichtner-Oestmann-Häuser, Nordstadt (280) sowie

• Haus im Druseltal, Druseltalstraße (135), schließt im August

Kleine Unterkünfte:

• Außerdem gibt es 47 kleine Gemeinschaftsunterkünfte in verschiedenen Stadtteilen. Wo sich diese befinden, veröffentlicht die Stadt aus Datenschutzgründen nicht.

- Insgesamt gibt es nach aktuellem Stand 1900 Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften.

Bis zum Jahresende werden 600 weitere Plätze geschaffen, unter anderem im sogenannten Nixdorf-Haus am Platz der Deutschen Einheit (250 Plätze), im GWG-Neubau an der Bunsenstraße (100) und im Massa-Markt (240).

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