Pachtvertrag läuft Ende Juni aus

Gasthaus „Hohes Gras“ im Habichtswald ist dicht

Damals gab es Torte: Dorit und Michael Bröffel im Jahr 2001 nach der Unterzeichnung des Pachtvertrags über 15 Jahre mit dem Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein. Archivfoto: Lantelmé

Kassel. 36 Jahre lang hat Michael Bröffel die Gaststätte „Hohes Gras“ im Habichtswald betrieben. Zuerst mit seinen Eltern Gerda und Eduard Bröffel, 1999 übernahm er das Lokal in Eigenregie mit seiner Frau Dorit.

Nun ist Schluss. Im Februar dieses Jahres haben die Bröffels bereits den Betrieb eingestellt. Mittlerweile haben sie damit begonnen, die Gaststätte auszuräumen. Am Samstag, 18. Juni, wollen sie ab 10 Uhr das restliche Inventar an Interessenten verkaufen.

„Für unsere Stammgäste bedauern wir sehr, dass wir das Lokal geschlossen haben“, sagt Dorit Bröffel. „Die haben immer Ostern und Weihnachten bei uns im Lokal verbracht. Da waren wir immer ausgebucht.“ Täglich meldeten sich frühere Gäste, die die Schließung des „Hohen Grases“ bedauerten.

Gaststätte Hohes Gras wird ausgeräumt: Zum Teil kommt das Inventar in Container. Nächste Woche Samstag, 18. Juni, soll Mobiliar aus der Gaststätte vor Ort verkauft werden. Foto:  Koch

Dorit und Michael Bröffel zählen mehrere Gründe auf, warum sie den Pachtvertrag mit dem Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein, dem Eigentümer der Gaststätte, nicht weitergeführt hätten. Seit 2009 habe man sich vergeblich bemüht, das Lokal vom Verein abzukaufen. Es habe Ärger wegen Vorkaufs- und Wegerechten gegeben. „Ich kann doch nur in mein Eigentum investieren“, sagt Michael Bröffel.

Das Gasthaus befinde sich nämlich in keinem guten Zustand und müsse dringend saniert und modernisiert werden. Besonders die Toiletten hätten durch „viele Besucher des anliegenden Kletterparks“ sehr gelitten. Die Gäste des Kletterparks hätten oft auch die Parkplätze der Gaststätte zugestellt. Auch eine Parkplatzerweiterung, um die Massen aufzunehmen, sei nicht gestattet worden. Große Gesellschaften hätten deshalb nicht mehr bei ihnen gebucht.

Vom Weltkulturerbe im Bergpark Wilhelmshöhe habe man auch nicht profitiert, sagt Dorit Bröffel. Im Gegenteil. „Das hat uns richtig geschadet.“ Durch die Staus Richtung Herkules aufgrund der vielen Welterbe-Touristen seien die Gäste nicht mehr zum Kaffeetrinken ins „Hohe Gras“ gekommen. Auch die Busse hätten sich wegen des vielen Verkehrs verspätet.

Hinzu komme, dass das Land Hessen im Winter nicht mehr seiner Pflicht nachgekommen sei, vor dem Gasthaus Schnee zu räumen.

Apropos Schnee: Ob seine Eltern weiterhin den Skilift mit Schneekanone neben der Gaststätte betrieben werden, könne man derzeit noch nicht sagen, sagt Michael Bröffel. Seine Eltern seien aber bereits aus der Wohnung über der

Fest steht allerdings, dass Dorit und Michael Bröffel sich erst einmal eine Auszeit nehmen, wenn sie alles am „Hohen Gras“ abgewickelt haben.

Für die Lokalität habe man bereits einen neuen Pächter, sagt Dieter Hankel, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins, auf Anfrage. Näheres wolle man im Juli mitteilen.

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