Seit zehn Jahren wird Kassels Wahrzeichen saniert

Herkules-Sanierung wird 10,5 Mio. teurer - Geld vom Land bewilligt

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Kassel. Für die Sanierung des Herkulesbauwerks vom Kopf der Figur bis zu den Mauern des Oktogon stehen weitere 10,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Dieses Summe hat das hessische Finanzministerium bewilligt. Damit steigen die Sanierungskosten von den im Jahr 2006 veranschlagten 30 Millionen Euro noch einmal deutlich an.

Die Zusage aus Wiesbaden kommt pünktlich zum 300. Herkulesgeburtstag im kommenden Jahr. Damit ist klar, dass Kassels Wahrzeichen demnächst wieder auf einem sicheren Fundament stehen wird. Für die Kostensteigerung sind in erster Linie Baumängel verantwortlich, die während der seit zehn Jahren laufenden Arbeiten deutlich wurden. Hinter den Tuffsteinfassaden sei man auf einige sehr große Hohlräume gestoßen, die gesichert werden mussten, sagt Thomas Täschner vom Landesbetrieb Bau und Immobilien. Teilweise ist über Jahrzehnte Feuchtigkeit durch das undichte Mauerwerk eingedrungen.

Teurer als ursprünglich kalkuliert wird auch die Sanierung der Tuffsteine im Oktogon. Die zur Stadt ausgerichtete Ostseite wird voraussichtlich noch bis zum Jahr 2020 erneuert. Hier müssen hunderte von teils tonnenschweren Steinen bearbeitet oder komplett ausgetauscht werden.

Noch reicht der Nachschub an Tuffstein aus dem Habichtswald. Das Material im einzigen nutzbaren Steinbruch am Kuhberg geht allerdings zur Neige. Deshalb wurden bereits Probebohrungen auf der Suche nach weiteren Abbauflächen gemacht.

Bis Mitte November können Besucher noch zur frisch sanierten Aussichtsplattform und zur Pyramide hinaufgehen. Wegen der Glättegefahr ist das im Winter nicht möglich. Trotz der weiteren Arbeiten wird das Herkulesbauwerk ab dem Frühjahr wieder geöffnet. Zum 300. Geburtstag ist unter anderem eine Ausstellung in Schloss Wilhelmshöhe geplant.

Wahrzeichen in Zahlen

Der Herkules ist Kassels Wahrzeichen – und das seit fast 300 Jahren. Seit der Anerkennung des Bergparks als Weltkulturerbe ist die Zahl der Besucher, die den Helden aus der Nähe sehen wollen, stark gestiegen.

8 Meter und 30 Zentimeter ist die aus Kupfer gefertigte Herkulesfigur groß. Sie steht auf einer 29 Meter hohen Pyramide. Allein der Herkuleskopf misst 1,55 Meter, der Hüne steht auf 1,25 Meter langen Füßen.

300 Jahre wird der Herkules im documenta-Jahr 2017 alt. Sanierungsbedarf gab es immer wieder. In den Jahren 1900, 1951 und zuletzt 2006 wurde die Statue des Helden überarbeitet.

1701 begann der Bau von Kassels Wahrzeichen. Es kann nur einen geben, dachte sich Landgraf Karl und ließ als Zeichen seiner absoluten Macht von 1701 bis 1717 das Oktogon mit der Statue bauen.

2013war das Jahr, in dem nach langem Vorlauf der Herkules zusammen mit dem ganzen Bergpark Wilhelmshöhe als Weltkulturerbe geadelt wurde. Dazu gehören auch die Löwenburg und die Kaskaden, wo ebenfalls aufwändige Sanierungsarbeiten laufen.

500.000 Euro haben die HNA-Leser bei der Aktion „Wir retten unseren Herkules“ gespendet. Das war ein klares Bekenntnis zum Wahrzeichen der Stadt und ein deutlicher Fingerzeig für die Politik. Bis 2005 lief die Aktion, ein Jahr später wurde die Herkulesstatue saniert. Und das war nur der Anfang.

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