Pläne geändert - Maximal 36 Stellflächen sollen wegfallen

Begrünung der Wilhelmshöher Allee in Kassel: Parkplätze kontra Bäume

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So soll die Wilhelmshöher Allee nach der Aufwertung aussehen: Es sollen etwa 220 Linden und kleine Hecken gepflanzt sowie die Rasengleise erneuert werden. Bis Ende 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Kassel. Die Pläne für die Aufwertung der Wilhelmshöher Allee wurden geändert. Mit der Pflanzung von 225 zusätzlichen Linden soll der Alleecharakter wiederhergestellt werden.

Dies ist Teil der 2,1 Mio. Euro teuren Aufwertung der Straße, die zu 90 Prozent vom Bund gefördert wird.

War bisher geplant, dass an der 4,6 Kilometer langen Achse 54 Parkplätze für die Baumpflanzungen wegfallen, sollen nun maximal 36 Stellplätze verschwinden. Damit soll ein zu großer Parkdruck in einigen Abschnitten verhindert werden.

Der Magistrat hatte vergangene Woche die entsprechende Änderung beschlossen. Dessen Sitzungen finden zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, aber nach HNA-Informationen hatte die SPD den Wegfall von weniger Parkplätzen gefordert. In den Ortsbeiräten und anderen Fraktionen stieß dies teils auf Verwunderung und auch Verärgerung. Denn in den Ortsbeiräten Vorderer Westen, Wehlheiden und Bad Wilhelmshöhe war den ursprünglichen Planungen einstimmig zugestimmt worden – so mancher fühlt sich übergangen.

Dennoch sind sich alle Fraktionen einig, dass die veränderte Parkplatzplanung nicht das Projekt als solches gefährden darf. Wenn zu stark in die Entwürfe eingegriffen würde, stünde die Förderung des Bundes auf der Kippe. Dies soll auf jeden Fall verhindert werden. Dass nun mindestens 18 Parkplätze weniger für ein einheitliches Alleebild geopfert werden, bedeute nicht, dass auch 18 Bäume weniger gepflanzt werden, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne).

Mehr zur Wilhelmshöher Allee gibt es auch in unserem Regiowiki.

Hintergrund für den Vorstoß der SPD waren offenbar Berechnungen aus dem Straßenverkehrsamt. Zwar hätte der Wegfall der 54 Plätze nur acht Prozent der insgesamt 654 Stellflächen an der Straße ausgemacht, allerdings wären die Auswirkungen je nach Abschnitt sehr unterschiedlich ausgefallen. Vor allem im Bereich zwischen Kirchweg und IC-Bahnhof wäre es zu gewissen Tageszeiten zu Engpässen beim Parkraum gekommen.

Alle weiteren Bestandtteile der Aufwertung sind unstrittig: So sollen die Rasengleise erneuert und kleine Hecken gepflanzt werden, sodass ein grünes Band entsteht.

Im Abschnitt zwischen Humboldtstraße und Kirchweg, wo 2017 ohnehin die Gleise erneuert werden, soll ein automatisches Bewässerungssystem installiert werden. Dies sorgt laut Gartenamt für eine bessere Rasenqualität und sei bei der Pflege auf Dauer günstiger. Im Abschnitt zwischen Kirchweg und Bergpark wird zwar auch Rollrasen verlegt, aber ohne automatische Bewässerung. Diese soll nachgerüstet werden, wenn in zehn Jahren die Gleise erneuert werden.

Bis Ende 2018 soll die Aufwertung, die auch neue Bänke und Mülleimer sowie die Begrünung der Straßenbahmasten vorsieht, abgeschlossen sein. Die KVG will zudem Stück für Stück die Beton- gegen Stahlmasten tauschen.

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