Neue Eigentümer investierten 1,5 Millionen Euro

Umbau von Wohnanlage am Mulang: Aus Heim wird Mietshaus

Noch fehlen die Balkone und Holzfensterläden: Das ehemalige Wohnheim „Haus Roseneck“ am Mulang wird zu einem Mietshaus mit zwölf Wohnungen umgebaut. Ab Juni sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Foto: Ludwig

Bad Wilhelmshöhe. Aus einem früheren Wohnheim der Baunataler Diakonie Kassel (Bdks) ist innerhalb eines Jahres ein neues Wohnhaus mit zwölf Mietwohnungen geworden.

Beim Umbau des als „Haus Roseneck“ bekannten Heims an der Wigandstraße mussten die denkmalrechtlichen Auflagen erfüllt werden, die der Ensembleschutz für den Mulang vorgibt. 1,5 Mio. Euro haben die neuen Eigentümer investiert. Im Juni soll das Haus bezugsfertig sein.

Nachdem im April 2015 der Betrieb des Diakonie-Wohnheims eingestellt wurde, übernahmen Dr. Dorothea Lenkitsch-Gnädinger und ihr Mann Herrmann Gnädinger aus Kassel das Objekt. In dem in den 1960er-Jahren gebauten Haus gab es einen enormen Umbaubedarf, denn aus 31 Einzelzimmern sollten zwölf Wohnungen werden. Es handelt sich um Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen zwischen 50 und 120 Quadratmetern – alle werden mit Balkonen ausgestattet, im Erdgeschoss gibt es Holzfensterläden.

Als Architekt wurde Peter Grund vom Kasseler Büro „Groger Grund Schmidt“ beauftragt, dessen Büro auch am Umbau des Renthofs beteiligt ist. Aufgabe sei es gewesen, aus der wenig ansprechenden Architektur der Nachkriegszeit ein attraktives Wohnhaus zu machen, so Lenkitsch-Gnädinger. So wurde die einst schmucklose Fassade des dreigeschossigen Hauses (plus Dachgeschoss) aufgelockert.

Gerne Familien als Mieter

Ansicht von der Brabanter Straße: So soll das ehemalige Haus „Roseneck“ nach der Umgestaltung aussehen. Noch steht ein Gerüst. Illustration: Büro Groger Grund Schmidt

„Wir würden uns wünschen, wenn auch Familien hier einziehen. Die Quadratmeterpreise liegen zwischen acht und zehn Euro“, so die Bauherrin. Hochpreisige Eigentumswohnungen gebe es schon ausreichend am Mulang – auch deshalb habe man sich für Mietwohnungen entschieden.

Nachdem mehrere Zwischenwände im Haus Roseneck herausgerissen wurden, verfügen die Wohnungen zum Teil über großzügige Wohnküchen. Eindrucksvoll sind die loftartigen Dachgeschosswohnungen. Eine Wohnung im Erdgeschoss des Flügels an der Brabanter Straße fällt durch ihre Raumhöhe auf. Dies liegt daran, dass sich dort früher eine Kapelle befand. Die Kapelle stammte aus der Zeit, bevor die Diakonie das Gebäude übernahm.

Gebaut wurde das Haus als Internat der Marianisten. Diese Ordensgemeinschaft hatte dem bekannten Journalisten Peter Scholl-Latour – der nach den Rassegesetzen als Halbjude galt – in der Nazizeit in Kassel Schutz geboten.

Die Vermarktung der Wohnungen läuft über Hausverwalterin Ines Böhme aus Breuna. Am Freitag, 11.3., gibt es Besichtigungen nach Anmeldung. 

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