Konkrete Vorstellungen

Verein „Neue Herkulesbahn“ wirbt um Reaktivierung der Bahn

Mit der Steigung hatte sie keine Probleme: Die Herkulesbahn beförderte über 60 Jahre lang die Kasseler zu ihrem Wahrzeichen. Vor genau 50 Jahren brach sie gegen 23 Uhr zu ihrer letzten Fahrt auf. Fotos: HNA-Archiv

Kassel. Am 11. April 1966, also genau vor 50 Jahren, fuhr zum letzten Mal die Herkulesbahn von der Stadt zu Kassels Wahrzeichen. Zuvor war sie über 60 Jahre in Betrieb.

Fünf Jahrzehnte nach ihrer Stilllegung werden die Rufe nach ihrer Reaktivierung lauter. Insbesondere seit der Welterbetitel für den Bergpark allsommerlich für ein Verkehrschaos rund um den Park sorgt. Der Förderverein „Neue Herkulesbahn Kassel“ nimmt das Jubiläum zum Anlass, um einmal mehr für eine Wiederherstellung der Schienenverbindung zum Herkules zu werben.

Die Vereinsmitglieder werden nicht müde für ihre Sache zu kämpfen. Seit der Gründung des Vereins vor 14 Jahren versuchen sie die Stadtpolitik zu überzeugen, dass eine neue Bahntrasse durch das Druseltal eine lohnenswerte Investition ist. Dies schaffe nicht nur eine Entlastung für den Straßenverkehr und die Parkplatzsituation, sondern sei zudem eine weitere Attraktion für den Welterbe-Tourismus, heißt es in dem neuen Positionspapier des Vereins.

Ein Vorteil sei es, dass eine neue Strecke auf der vorhandenen alten Trasse aufgebaut werden könne. Dies spare Kosten, da größere Erdbewegungen nicht erforderlich seien. Zudem könne durch die touristische Nutzung auch an Wochenende eine höhere Auslastung der Kasseler Straßenbahnen erreicht werden. Um das Projekt „Neue Herkulesbahn“ zu finanzieren, hat der Verein einen Vorschlag erarbeitet. So könne durch private Anteile wie Gleis- oder Schwellenpatenschaften, Firmensponsoring und Crowdfunding (Sammeln kleiner Beträge durch private Geldgeber) die Belastung der Stadtkasse um 40 Prozent reduziert werden.

Nicht nur für den Transport der Welterbetouristen sei die Strecke durch das Druseltal sinnvoll. Auch die Wintersportler und Wanderer könnten durch die Herkulesbahn - genau wie damals - in den Habichtswald gebracht werden. Nach den Vorstellungen des Vereins könnte die Bahn als neue Linie 4 den Herkules mit dem IC-Bahnhof Wilhelmshöhe, dem Kongress-Palais und der Innenstadt verbinden. Weil die Linie 4 von Osten kommend am Platz der Deutschen Einheit und dem Friedrichsplatz vorbeikomme, erschließe sie Parkplätze.

Weil die Bahn außerhalb der so genannten Pufferzone des Welterbes fahre, störe sie überdies nicht das Gesamtgefüge der Welterbestätte. Mehr Infos: www.neue-herkulesbahn.de

Historie in Kürze

Die Herkulesbahn war eine Kleinbahn, die zwischen 1902 und 1966 die Stadt Kassel mit dem Herkules verband. Auch einen Abzweig in Richtung Hohes Gras gab es zeitweise. Neben der Personenbeförderungen waren auf der Trasse durch das Druseltal auch Güterwagen unterwegs, die Kohle aus den Stollen im Habichtswald ins Tal brachten. Die Bahn wurde 1966 eingestellt. Die Bahnen wurden verschrottet und die Endhaltestelle am Herkules abgerissen.

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