Mit Schmackes ins Gesicht

AfD verurteilt Attacke - Aktivisten feiern "tortalen Krieg"

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Foto von ihrer Facebook-Seite: Beatrix von Storch (AfD) in Kassel voller Sahne.

Kassel. „Tortenboden: 89 Cent, Sprühsahne: 99 Cent, Beatrix von Storchs Gesicht: Unbezahlbar“: So kommentieren auf Twitter die Aktivisten der Berliner Gruppe Peng Collective ihre Torten-Attacke auf die AfD-Bundesprogramm-Kommission in Kassel.

Der „tortale Krieg“, wie die Peng-Mitglieder ihre Aktion am Sonntagmittag im Pentahotel am IC-Bahnhof Wilhelmshöhe nennt, ist nicht die erste ungewöhnliche Aktion der Gruppe. Zuletzt war sie im November 2015 mit einer Gegenkampagne zur Bundeswehr-Werbung aufgefallen. Die Aktivisten hatten eine ähnlich klingende Webseite (www.machwaszaehlt.de statt www.machwaszählt.de) ins Netz gestellt und vor den Gefahren des Krieges und der Bundeswehr gewarnt. Schnell soll die Seite im Google-Ranking über der Millionen Euro teuren Bundeswehr-Kampagne gestanden haben. Wie die als Clowns verkleideten Aktivisten – der Tortenwerfer und sein filmender Begleiter – in das Vier-Sterne-Haus eindringen konnten, dazu wollte das Pentahotel am Montag keine Stellungnahme abgeben. Offen bleibt auch, wie die beiden Kasseler Linksaktivisten wenig später mit dem „Rassismus tötet“-Banner aufs Hoteldach gelangten.

Die Aktion in Kassel, bei der am Sonntagmittag die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch und der AfD-Landessprecher Albrecht Glaser mit Sahne beworfen wurden, will Peng als Reaktion auf die von der AfD ausgelöste Schießbefehl-Debatte verstanden wissen. „Wer keine Argumente hat, der zündet Autos an. Oder schmeißt mir Torten ins Gesicht“, kommentierte Beatrix von Storch die Torten-Attacke auf Facebook. „Das ist einfach so fürchterlich armselig. (...) PS: Das nächste mal aber lieber Erdbeerkuchen. Sahne macht doch dick.“ „Das haben wir schon als kriminellen Übergriff empfunden“, meint der ebenfalls vom Tortenwurf betroffene Albrecht Glaser zu dem Vorfall im Pentahotel. Die verkleideten Männer seien ganz gezielt auf von Storch und auf ihn am Podium losgegangen und hätten der Vize-Vorsitzenden die Torte „mit Schmackes ins Gesicht geklatscht“. „Die Empörung war groß. Wir fanden das auch nicht lustig“, betonte Albrecht Glaser am Montag gegenüber unserer Zeitung.

Weil die AfD schon mehrfach in diesem Hotel getagt habe, habe es am Sonntag auch keine Sicherheitsvorkehrungen gegeben. Von der Aktion sei man völlig überrascht worden. Den Vorwurf des Tortenwerfers, er sei von Versammlungsteilnehmern geschlagen und getreten worden, wies Glaser zurück. Er könne die Gewalttätigkeiten nicht bestätigen. Glaser: „Ich habe das nicht gesehen.“ Albrecht Glaser ist Vorsitzender der AfD-Kommission, die das Programm zum anstehenden Bundesparteitag in Stuttgart ausarbeitet. Nach Angaben des AfD-Kreisverbandssprechers Manfred Mattis hatten die Kasseler AfD-Mitglieder von der Versammlung im Pentahotel keine Kenntnis. Mattis verurteilte die Torten-Attacke. „Das hat mit Demokratie und Meinungsfreiheit nichts zu tun.“

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