Über halbe Millionen Besucher

Kasseler Schwimmbäder sind so beliebt wie seit 1992 nicht mehr

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Höhenflug: Ins neue kombinierte Hallen- und Freibad am Auedamm an der Fulda kamen im vergangenen Jahr insgesamt 366 000 Besucher. Arnold Pettera (Bild) sprang gestern ins Sportbecken des Auebades.

Kassel. Die Schwimmbäder der Städtischen Werke in Kassel sind bei den Besuchern so beliebt wie seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr.

Im vergangenen Jahr besuchten über 538.000 Menschen die vier Bäder, zuletzt gab es 1992 mehr Gäste (555.000) in Kassels städtischen Anstalten.

Der Erfolg geht in erster Linie auf das im Sommer 2013 neu eröffnete Kombibad an der Fulda zurück. Nach Angaben von Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, kamen im vergangenen Jahr allein 366.000 Besucher in das Auebad. Nach Angaben von Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, kamen im vergangenen Jahr allein 366 000 Besucher in das Auebad. „Mit dieser wunderbaren Entwicklung haben wir nicht gerechnet. Unsere Kalkulation ist mehr als übertroffen worden“, sagt Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel.

Trotz der Beliebtheit des Auebads seien 2014 auch die Besucherzahlen im Hallenbad Süd, das 2010 saniert worden ist, mit 90.000 Gästen stabil geblieben, so Barthel.

An den Erfolg des renovierten Hallenbades Süd und des neuen Kombi-Bades am Auedamm sollen die Freibäder in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe künftig anknüpfen. Beide in die Jahre gekommenen Freibäder werden wie geplant für annähernd sieben Millionen Euro grundlegend saniert. Mit dem Bad am Daspel im Stadtteil Harleshausen geht es los. Zwar würden derzeit noch Details abgestimmt, grundsätzlich aber „wir machen das, was die Stadtverordnetenversammlung beschlossen hat“, sagte Jürgen Barthel (SPD), ebenfalls Kassels Stadtkämmerer, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen.

In diesem Frühjahr soll mit den Bauarbeiten durch einen Generalunternehmer begonnen werden, bis Mai 2016 soll pünktlich zur Freibadsaison alles fertig sein. Für maximal 3,3 Millionen Euro plus der Baupreisindexsteigerung seit 2012 soll ein erneuertes 25-Meter-Schwimmerbecken entstehen. Kosten, die darüber hinausgehen, müssen vom Förderverein und durch bürgerschaftliches Engagement finanziert werden.

„Der Förderverein hätte sich mehr gewünscht, aber das war nicht realisierbar“, sagte Barthel. Das gelte zum Beispiel für den Wunsch nach einem 50 Meter langen Schwimmerbecken im Harleshäuser Bad. Der über 700 Mitglieder zählende Förderverein ist mit der jetzt gefundenen Lösung zufrieden. „Wir warten auf den Startschuss“, sagt Vorsitzende Anita Mahrt. Die nötigen Einsparungen seien erreicht worden. So verzichte man zum Beispiel auf einen fest installierten Kiosk oder eine Gegenstromanlage im Becken. Der Verein engagiere sich durch ehrenamtliche Arbeit von Mitgliedern sowie Geldspenden von Sponsoren aus dem Stadtteil.

„Wir sind guten Mutes“, freut sich Anita Mahrt darüber, dass die Gefahr einer Schließung des Bades, die bereits seit 1995 immer wieder drohte, endgültig abgewendet ist. Im Freibad Wilhelmshöhe ist der Baustart im Frühjahr 2016 geplant. „Wir versuchen, auch dafür einen Generalunternehmer zu finden“, sagte Barthel.

Maximal 3,3 Mio. Euro 

Auch für die Sanierung des maroden Bades an der Baunsbergstraße sollen die Stadtwerke maximal 3,3 Millionen Euro plus Baupreisindexsteigerung ausgeben. Dabei will die Stadt mit einem Gesellschafterdarlehen an die Stadtwerke außerhalb des Kreditrahmens von 16,25 Millionen Euro helfen. Darüber muss demnächst mit dem Kasseler Regierungspräsidenten als Finanzaufsicht verhandelt werden. Barthel sieht gute Chancen dafür, dass der RP der Überschreitung des Kreditrahmens in diesem Fall zustimmt.

Auch für das Wilhelmshöher Bad gilt: Mehr als 3,3 Millionen Euro gibt es nicht. Wird es teurer, müssen der Förderverein und Sponsoren ran. Zudem könnten Teile des großen Freibadgrundstücks verkauft werden, um mit dem Erlös eventuelle Mehrkosten zu finanzieren.

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