Anbieter von Kursen müssen seit Anfang 2014 an Städtische Werke zahlen

Neue Gebühr im Auebad

Sie ist mit der Gebühr einverstanden: Diana Siebert (links), Organisatorin für Babyschwimmen. Daneben (von links) sind die Teilnehmerin Karen Degner mit Mia, Michael und Dorrit-Eva Krum mit Paula Charlotte und Kerstin Hilgers mit Milo zu sehen. Foto:  Malmus

Kassel. Tauch- und Wasserballvereine, Hebammen und Seniorenzentren, die im Auebad kostenpflichtige Kurse anbieten, müssen seit Anfang dieses Jahres dafür eine Gebühr entrichten. Nur Schulen und vom Landessportbund anerkannte schwimmsporttreibende Vereine müssen weiterhin nichts für die Nutzung des Schwimmbads zahlen, wie Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, auf Anfrage der HNA erklärt.

Präventive Angebote

Nicht alle Kursanbieter sind über die neue Gebühr (den Eintritt für das Schwimmbad müssen die Kursteilnehmer natürlich auch zahlen) glücklich. Kritik kommt zum Beispiel vom Stadtteilzentrum Agathof, das vier Kurse mit Wassergymnastik im Auebad anbietet. Wenn Schulen und Schwimmvereine diese neue „Wasseroberflächennutzungsgebühr“ nicht zahlen müssten, dann dürfe man sie von gemeinnützigen Einrichtungen wie dem Stadtteilzentrum, das sich mit präventiven Angeboten an ältere Menschen richtet, auch nicht kassieren, sagt Leiterin Marianne Bednorz. Die Kursleiterin bekomme schließlich auch nur sehr wenig Geld. Pro Einheit Wassergymnastik seien das 18 Euro netto.

Individuell berechnet

Pijanka kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Schließlich würde den Anbietern auch für den Zeitraum des Kurses eine Wasserfläche zur Verfügung gestellt, die andere Besucher des Bades derweil nicht nutzen könnten. Zudem hätten die Städtischen Werke auch einen Aufwand, der die Gebühr rechtfertige, wie zum Beispiel das Absperren von Bahnen und Verwaltungsarbeiten. Die Gebühr werde nur von Institutionen beziehungsweise Vereinen verlangt, die mit ihren Kursen selbst Einnahmen erzielten. „Warum soll der Steuerzahler, der für die Unterhaltung des Schwimmbads aufkommt, nicht an diesen Einnahmen partizipieren?“ fragt Pijanka.

Die Tarife für die Kurse würden individuell berechnet und seien nicht besonders hoch. Allerdings will man bei den Städtischen Werken keine Zahlen herausgeben, die darüber Auskunft geben, wer wie viel bezahlen muss. Das errechne sich nach der benötigten Fläche und der Anzahl der Kurseinheiten, sagt Pijanka.

Laut Bednorz müsse das Stadtteilzentrum pro Kurs (mit jeweils zehn Treffen) nun 25 Euro an die Städtischen Werke zahlen. Die Gebühr werde auf die durchschnittlich zehn Teilnehmer umgelegt, sodass jeder nun 2,50 Euro mehr zahlen müsse. Ein Kurs koste nun 44,50 Euro statt 42 Euro. Bednorz findet das ungerecht, weil die Arbeiterwohlfahrt im Hallenbad Süd keine Nutzungsgebühr für ihre Kurse bezahlen müsse (siehe Hintergrund).

Nicht alle Kursbetreiber kritisieren allerdings die Gebühr: Diana Siebert, die montags im Auebad Babyschwimmen anbietet, findet die Gebühr angemessen. „Die Wassernutzungsgebühr müssen wir auch in anderen Gemeinden, wie zum Beispiel in Niestetal, zahlen, wenn wir dort Kurse im Schwimmbad anbieten.“

Ein Video zum Auebad finden Sie unter http://youtu.be/GMFceaIC6Vg

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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