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Auftragsvergabe für Grimm-Welt: Bäume sollen bald fallen

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So soll die Grimm-Welt aussehen: Im August soll der Spatenstich auf dem Weinberg stattfinden. Anfang 2015 sollen die ersten Besucher im Museum empfangen werden. Grafik: Kadawittfeldarchitektur
So soll die Grimm-Welt aussehen: Im August soll der Spatenstich auf dem Weinberg stattfinden. Anfang 2015 sollen die ersten Besucher im Museum empfangen werden. © Grafik: Kadawittfeldarchitektur

Kassel. Nachdem das Verwaltungsgericht das Bürgerbegehren gegen die Grimm-Welt auf dem Weinberg für unzulässig erklärt hat, will die Stadt das 20 Mio. Euro teure Bauprojekt nun schnell vorantreiben.

Ende August soll der Spatenstich stattfinden, Ende 2014 der Bau fertig sein und Anfang 2015 sollen die Museumspforten öffnen. Schon in den nächsten Wochen könnten deshalb die ersten Bäume auf dem Weinberg fallen.

„Noch vor dem Spatenstich muss die Baustelle auf dem Weinberg eingerichtet werden. Ich denke, da werden wir auch mit den Fällungen beginnen“, sagte Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier. Die Auftragsvergabe laufe jetzt unmittelbar an. Dies gelte auch für den Fall, dass die Bürgerinitiative (BI) versuche, in die Berufung zu gehen.

Ob die BI weitere juristische Schritte einleitet, wollte deren Sprecher Martin Dodenhoeft am Donnerstag noch nicht sagen. Zunächst wolle sich die Initiative am 27. Juni beraten. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht habe die BI einen vierstelligen Betrag gekostet. Zudem ist unklar, ob eine Berufung durch den Verwaltungsgerichtshof zugelassen würde.

Gibt es ein Kassel 21?

Susanne Völker
Susanne Völker

In Anlehnung an die Proteste zu „Stuttgart 21“ sagte Dodenhoeft: „Ob es ein Kassel 21 geben wird, weiß ich nicht. Ich werde mich jedenfalls nicht an Bäume ketten. Was die anderen in meiner Initiative tun, das kann ich nicht sagen.“ Die BI-Mitglieder seien enttäuscht von der Entscheidung der Richter, die aus seiner Sicht zu stark auf die Linie der Stadt eingeschwenkt seien.

Susanne Völker, Projektleiterin der Grimm-Welt, will den Bau jetzt so rasch wie möglich realisieren. Denn bis Mitte 2015 müssten die sechs Mio. Euro Fördergeld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) abgerechnet sein – andernfalls stehe die Förderung nicht zur Verfügung.

Nachdem die architektonische Planung bereits abgeschlossen sei, solle die inhaltliche Konzeption der Ausstellung im September öffentlich vorgestellt werden. Geplant sind eine interaktive Präsentation und Wissensvermittlung rund um das Thema Grimm.

Für Freitag, 18 Uhr, hat die Bürgerinitiative eine Aktion auf dem Weinberg angekündigt. Doedenhoeft hat für den Abend das Motto „Grill-Welt statt Grimm-Welt“ ausgegeben. Dabei solle es um „eine Reflexion der weiteren Möglichkeiten“ gehen.

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