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Balkenhol-Ausstellung: „Hilgen war schlecht beraten“

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Kassel. Dass die Stadt bei der Eröffnung der Balkenhol-Ausstellung am Sonntag in der Elisabethkirche am Friedrichsplatz offiziell nicht vertreten war, hat die Kirche mit Bedauern registriert. Kasseler Kommunalpolitiker, die aus privatem Interesse dabei waren, sind geteilter Meinung.

Stadtverordnete Helga Weber (Grüne) äußert durchaus Verständnis dafür, dass Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) seine Teilnahme wegen des Konflikts mit der documenta abgesagt hatte. Zwar hafte dem inzwischen der Geruch des Kleinkarierten an, doch sehe sie die schwierige Position des Oberbürgermeisters, „der für die Marke documenta eintritt“. Aus ihrer Sicht haben alle Beteiligten nicht souverän reagiert.

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„Hilgen war sehr schlecht beraten, dass er sich eingemischt hat“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Frank Oberbrunner. „Er muss eine neutrale und objektive Position einnehmen.“ Stattdessen sei er früh documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev beigesprungen, die sich durch die Skulptur im Turm bedroht fühlt. Die Freiheit der Kunst sei ein hohes Gut, sagt Oberbrunner. „Es können gar nicht genug Kunstausstellungen zur gleichen Zeit stattfinden.“

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Magistratsmitglied Barbara Herrmann-Kirchberg (CDU) sagt: „Ich kann beides verstehen.“ Es hätte Mut bedeutet, wenn Hilgen trotzdem gekommen wäre. Da Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) der Einladung gefolgt war, hätte sich der Oberbürgermeister auch aus seiner Zwickmühle befreien können. Die vielen Besucher in der Elisabethkirche hätten gezeigt, dass sie mit der Ausstellung einverstanden sind.

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„Ein Kulturdezernent sollte vermitteln und nicht einseitig Partei ergreifen“, sagt Kassels Ex-SPD-Chef Dr. Bernd Hoppe, nun Fraktionsvorsitzender der Piraten. Zwar sei Hilgen als documenta-Aufsichtsratsvorsitzender in einer schwierigen Position: „Ich hätte mir aber gewünscht, er hätte vermittelt.“ (els)

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