2015 wurden 1200 Bauprojekte gestartet – 22 Prozent abgelehnt

Bauboom: 100 Anträge pro Monat in Kassel - Auch etliche umstrittene Projekte

Kassel. Der Bauboom in Kassel hält an: Vergangenes Jahr wurden mit 1194 Bauanträgen so viele gestellt wie lange nicht mehr. Darunter fallen sowohl Neubauten wie Anbauten von Wohn-, Gewerbe- und Industrieimmobilien.

Unter den Bauvorhaben sind auch etliche umstrittene Projekte. Fast jeden vierten der 2015 gestellten Bauanträge hat die Stadt abgelehnt. Und auch die genehmigten Häuser stoßen immer häufiger auf Kritik der Anwohner.

Mit der wachsenden Einwohnerzahl Kassels, die gerade die 200 000er-Marke wieder überschritten hat, und der anhaltenden Landflucht steigt der Bedarf an Wohnungen. Weil unbebaute Grundstücke inzwischen rar sind, hat zuletzt vor allem die Dichte der Bebauung zugenommen. Damit steigt auch das Konfliktpotenzial mit der Nachbarschaft.

„Wir haben im Bauverwaltungsamt häufig mit Anfeindungen zu tun“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Auf der einen Seite dürfe die Stadt die Investitionsbereitschaft nicht abwürgen, andererseits müsse sie dafür sorgen, dass das Baurecht eingehalten wird. Dabei würden durchaus auch Kompromisse mit Bauherrn geschlossen.

Den häufig gehörten Vorwurf, gute Kontakte ins Bauamt seien bei der Realisierung von Bauprojekten dienlich, weisen sowohl Nolda wie auch der Leiter des Stadtplanungsamtes, Volker Mohr, im HNA-Gespräch zurück.

Zu beobachten ist nicht nur eine Zunahme an Bauanträgen (von 1037 in 2014 auf 1194 im vergangenen Jahr), sondern auch eine zunehmende Zahl an Ablehnungen. Hatte die Stadt 2012 noch 14 Prozent der Bauprojekte die Zustimmung versagt, waren es vergangenes Jahr bereits 22 Prozent.

Über die Bauanträge hinaus wurden in den vergangenen Jahren jeweils über 200 Gebäude im vereinfachten Mitteilungsverfahren errichtet – darunter fallen etwa Garten- und Wochenendhäuser sowie kleine Garagen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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