Neubau für Jobcenter entsteht auf ehemaligem Unterstadtbahnhof – Fertig Ende 2017

Baustart noch dieses Jahr

Backsteinarchitektur für ehemaliges Bahnhofsgelände: Der Neubau des Jobcenters wird im Zentrum des neues Gewerbegebiets Unterstadtbahnhof errichtet. Stadt und Arbeitsagentur schließen mit dem Investor einen Mietvertrag über 15 Jahre ab. Foto: Straßberger/nh

Kassel. Das Kasseler Jobcenter zieht Ende nächsten Jahres um: Die bisher auf zwei Standorte verteilte Arbeitsvermittlung, die von Stadt und Arbeitsagentur getragen wird, bekommt einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Unterstadtbahnhofs. Die Bauarbeiten sollen in einigen Monaten beginnen, Ende 2017 soll das neue Jobcenter fertig sein. Die 22 000 Kasseler, die Leistungen des Jobcenters bekommen, haben dann eine zentrale Anlaufstelle.

Bei einer europaweiten Ausschreibung hatte sich der Bielefelder Immobilienunternehmer Mark Straßberger mit seinem Konzept gegen neun Mitbewerber durchgesetzt. Er wird einen viergeschossigen Backsteinbau im Zentrum des Gewerbegebiets zwischen Wolfhager Straße und Mombachstraße errichten. „Backstein hat etwas Zeitloses und passt zur Historie des Standorts“, sagte Straßberger gestern bei der Vorstellung der Pläne. Das Jobcenter wird den Bürokomplex für zunächst 15 Jahre mieten. Zu den wirtschaftlichen Konditionen wurde Stillschweigen vereinbart.

In dem Neubau werden gut 7000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung stehen – und damit etwa 800 Quadratmeter mehr als bisher. Das 2005 infolge der Hartz-Reformen gegründete Jobcenter ist seither auf zwei Standorte verteilt: einerseits im Rathaus (2300 Quadratmeter), andererseits in der Arbeitsagentur am Grünen Weg (3900 Quadratmeter).

„Das ist für unsere Kunden unübersichtlich“, sagte Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Jobcenters. Zudem leide man unter beengten räumlichen Verhältnissen. Beispielsweise gebe es kaum Besprechungsräume für die Kollegen. Das werde sich mit dem Neubau ändern. Mehr Platz sei auch deshalb nötig, so Schäfer, weil das Jobcenter durch den Zuzug vieler Flüchtlinge in den kommenden Jahren vermutlich mehr zu tun haben wird. Möglicherweise habe man schon 300 Mitarbeiter, wenn der Neubau 2017 fertig ist.

Die Erreichbarkeit des Jobcenters sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Holländische Straße und die Wolfhager Straße gewährleistet, sagte Investor Straßberger. Zudem sollen Parkplätze auf dem Gelände entstehen.

Der Bielefelder Unternehmer hat mit 5,5 Hektar fast die Hälfte des ehemaligen Bahngeländes gekauft. Nur einen Teil davon benötigt er für den Jobcenter-Neubau. Er plane weitere Bauprojekte, sagte Straßberger, ohne Details dazu nennen zu wollen. Als Eigentümer wird er auch die Erschließung des Geländes übernehmen. Geplant ist eine Straße in die Mitte des Areals. In deren Verlängerung soll ein Fuß- und Radweg bis zur Mombachstraße führen. Mit der Erschließung werde parallel zum Bau des Jobcenters im Lauf des Jahres begonnen.

Wenn das neue Jobcenter Ende 2017 belegt werden kann, steht schon die nächste Baustelle an: Dann soll die Arbeitsagentur am Grünen Weg umgebaut werden. Das Hochhaus aus den 1970er-Jahren ist sanierungsbedürftig. Mit der Gewissheit, dass das Jobcenter bald ausziehe, könne man nun mit der Planung beginnen, sagte Agenturchef Detlef Hesse.

Fotos: Rudolph

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