Treffen mit einem Neonazi?

Beate Zschäpe war nach Zeugenberichten in Kasseler Kneipe

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Kassel. Nach HNA-Recherchen gibt es möglicherweise Hinweise darauf, dass Beate Zschäpe in Kassel gewesen ist. Schon in der Vergangenheit war dies Gegenstand von Gerüchten.

Seit dem Mord an Halit Yozgat im Jahr 2006 in Kassel rätseln Ermittler und Politik darüber, wie eng die Verbindungen der mutmaßlichen Täter des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) nach Nordhessen waren.

Immer wieder tauchten in der Vergangenheit Gerüchte auf, dass die im NSU-Mordprozess in München Angeklagte Beate Zschäpe in Kassel gewesen ist. Nun könnten sich diese Gerüchte verdichten. Nach Recherchen unserer Zeitung wollen mindestens zwei Personen Zschäpe in einer Kneipe in Kassel gesehen haben.

Inzwischen verfolgt die Kriminalpolizei auch diese Spur und soll nach Informationen unserer Zeitung diese Zeugen teilweise schon befragt haben. Sie überprüfen, wie glaubhaft die Aussagen sind. Bestätigen wollte das Kommissariat das nicht. Von dort hieß es: Für offizielle Presseanfragen ist die Generalbundesanwaltschaft zuständig.

Es wäre ein Mosaikstein in einem Fall, der von vielen blinden Flecken durchsetzt ist: Denn noch immer ist unklar, wie der NSU seine Mordopfer auswählte und wie er deutschlandweit vernetzt war.

Nicht nur, dass die Zeugen Beate Zschäpe gesehen haben wollen – Zschäpe soll gemeinsam mit dem stadtbekannten Neonazi Bernd T. dort gewesen sein.

Nach Aussagen der Zeugen machten sie diese Beobachtungen im Jahr 2006. An den genauen Zeitpunkt können sich die Zeugen aber nicht mehr erinnern. Er ließ sich bisher auch noch nicht genau rekonstruieren.

In diesem Zusammenhang ist interessant: Bernd T. deutete bereits einmal selbst an, er habe Kontakt zum NSU gehabt, kenne Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos persönlich – er versprach sich davon womöglich Hafterleichterungen. Später nahm er die Aussagen plötzlich wieder zurück.

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