Pläne für Burgfeldareal haben letzte Hürde im Parlament genommen - Abriss läuft an

Beschlüsse zu Bauprojekten: Diese Neubauten sind in Kassel geplant

Kassel. Der Bauboom in Kassel lässt nicht nach: Die Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung dieser Legislaturperiode Beschlüsse zu neun Projekten in der Stadt gefasst.

Wir stellen diese Vorhaben vor, die vor allem für Wohnraum sorgen:

1. Das Burgfeldareal

Bau der Villen ab Sommer

Weit fortgeschritten ist das Bauprojekt auf dem Areal des ehemaligen Burgfeld-Krankenhauses in Bad Wilhelmshöhe. Mit dem Satzungsbeschluss haben die Stadtverordneten am Montagabend endgültig grünes Licht gegeben. Der Investor Kanada Bau aus Braunschweig, der auf dem Grundstück an der Wigandstraße fünf Stadtvillen errichten will, hat bereits mit der Entkernung des leer stehenden Krankenhauses begonnen. Ab April sollen die Abrissbagger rollen. Ab Juli soll mit dem Hochbau begonnen werden.

So soll es werden: Fünf Stadtvillen werden auf dem Grundstück des Burgfeldareals entstehen. Hier eine Ansicht aus Richtung Küperweg. Illustration: Ohlmeier Architekten

Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück werden fünf frei stehende Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen in unterschiedlicher Größe entstehen. Zudem wird die alte Viktoria-Villa, die einst zum Krankenhaus gehörte, saniert. Insgesamt werden so 35 Eigentumswohnungen geschaffen. Kanada Bau will einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Ende 2017 sollen die Neubauten stehen, so Frank Becker von Kanada Bau auf HNA-Anfrage. Die Vermarktung sei bereits angelaufen. Verträge würden demnächst über Heindrich Immobilien aus Kassel abgewickelt.

Nach den Debatten im Ortsbeirat und einer Abwägung vonseiten der Stadt werden nun mehr alte Bäume auf dem Grundstück erhalten als ursprünglich geplant. Die Bauform der Stadtvillen hatte bei einigen Stadtteilbewohnern für Kritik gesorgt. Das beauftragte Architekturbüro von Hans-Georg Ohlmeier hatte sich aber bei dem Entwurf an der bestehenden Bebauung im Umfeld orientiert. Dies gilt vor allem für die Proportionen der Gebäude – eine historisierende Gestaltung wird es nicht geben. Die Vorgaben aus der Gestaltsatzung für den Mulang werden nicht vollständig eingehalten. „Nach unserer juristischen Auffassung können wir uns in Teilen über die Satzung hinwegsetzen“, sagt Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes.

Abriss ab April geplant: Derzeit läuft die Entkernung des Burgfeld-Krankenhauses. Archivfoto: Koch

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) bezeichnet die Baupläne für das Burgfeldareal, aber auch alle anderen laufenden Bauprojekte als wichtige Innenentwicklung. „Ich bin froh, dass in Kassel sowohl Geschosswohnungsbau wie Einfamilienhäuser entstehen“, so Nolda. Zudem gebe es auch Projekte im günstigeren Preissegment und vor allem auch Siedlungsbau, der für ein einheitlicheres Stadtbild sorge.

2. Wohnsiedlung „Zum Feldlager“

Erschließung läuft an 

Auf dem Baugebiet „Zum Feldlager“ in Harleshausen sollen auf 11,5 Hektar (etwa 16 Fußballfelder) 180 Häuser in einer Siedlung entstehen. Dort sollen 400 Menschen Platz finden. Großer Wert wird bei dieser Siedlung auf Ökologie gelegt. So soll die Siedlung mit Nahwärme versorgt werden, so Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes. Die Erschließung mit Straßen etc. starte demnächst. Die Grundstücke sollen einzeln verkauft werden.

3. Mehrfamilienhaus in Wilhelmshöhe

Elf Wohnungen

An der Landgraf-Karl-Straße 18 und 20 in Bad Wilhelmshöhe sollen zwei sanierungsbedürftige und nicht denkmalgeschützte Einfamilienhäuser abgerissen werden. Nach deren Abriss entsteht ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus (plus Staffelgeschoss) mit elf Wohnungen und Tiefgarage.

4. Martini-Quartier

Wohnen statt brauen

Auf dem Gelände der Martini-Brauerei an der Kölnischen Straße soll ein Wohnquartier mit 170 Wohnungen entstehen. Die Brauereifläche wird künftig nicht mehr benötigt, weil sich der Eigentümer, die Einbecker Brauerei, vom Standort zurückzieht. Den ersten Schritt haben die Stadtverordneten mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans getan. „Ansatz der Investoren ist es, nicht nur hochpreisigen Wohnraum anzubieten“, so Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes. Alle Parkplätze müssten die Investoren auf dem Areal schaffen.

5. Hochhaus

Auch Grünzug geplant

An der Westendstraße will die GWH für sechs Mio. Euro ein Wohnhochhaus mit 13 Etagen und 22 Eigentumswohnungen errichten. Mit dem Bau soll im Herbst 2016 oder Frühjahr 2017 begonnen werden. Zudem soll im Umfeld der als „Grüne Banane“ bezeichnete Grünzug aufgewertet werden. An der Friedrich-Ebert-Straße soll gegenüber der Kneipenmeile ein Stadtplatz entstehen (zwischen Berliner Apotheke und Etuis-Mertl).

6. Häuser am Park

16 Wohnungen

In der Nähe von Park Schönfeld und der Justizvollzugsanstalt Wehlheiden entstehen an der Theodor-Fliedner-Straße vier Mehrfamilienhäuser, die Platz für 16 Wohnungen bieten. Die Häuser sollen direkt hinter der früheren Wohnanlage der JVA entstehen. Mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde von den Stadtverordneten ein erster Schritt getan.

7. Gewerbeareal

Tüv verkauft Gelände

Der Tüv will Teile seiner nicht mehr benötigten Flächen an der Knorrstraße in Niederzwehren verkaufen. Die Stadt will in dem Bereich aber keine weitere Wohnbebauung, weshalb entsprechende Pläne abgelehnt wurden. „Wir wollen eine geordnete Entwicklung vor allem für den gewerblichen Bereich“, so Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes. Ein entsprechender Beschluss wurde gefasst.

8. Wohnen auf Campus-Areal

75 Wohnungen

Auf dem Grundstück der abgerissenen Sportanlage „Campus am Wolfsanger“ entsteht eine Wohnsiedlung. Auf dem Gelände am Triftweg werden Mehrfamilienhäuser, aber auch Reihenhäuser geplant. Wegen der Einwände aus dem Ortsbeirat wird die Höhe der Bebauung von drei auf zwei Geschosse reduziert. So ist Platz für bis zu 75 Wohnungen, die etwa 180 Menschen Raum bieten.

9. Siedlung statt Molkerei

Wohnpark Lindenberg

Auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei Lindenberg, deren Gebäude zum Großteil abgerissen sind, entsteht eine Siedlung. An der Kupferhammerstraße im Forstfeld ist der Bau von 53 Reihenhäusern geplant. Investor ist die Deutsche Reihenhaus AG, die zwölf Mio. Euro investiert. Die Stadtverordneten haben endgültig grünes Licht gegeben. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten starten.

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