Bebelplatz: Betonklotz bleibt vorerst stehen

Ein Schandfleck: Das Unterwerk der KVG auf dem Bebelplatz steht seit Dezember 2014 neben der künstlerisch gestalteten Trafo-Station. Die Suche nach Alternativstandorten lief bisher erfolglos. Fotos: Ludwig

Vorderer Westen. Der Betonklotz auf dem Bebelplatz bleibt bis auf Weiteres stehen. Für das so genannte Unterwerk der KVG wurde bislang kein alternativer Standort gefunden.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) hatte sich zwar dafür eingesetzt, ist aber seit einem Jahr erfolglos. Zwar gäbe es aus Sicht der Stadt neben dem Gemeindehaus an der Rosenkranzkirche einen geeigneten Standort, dagegen wehrt sich aber die dortige St.-Maria-Gemeinde. Sie fürchtet die Strahlung, die von dem Bauwerk ausgehen könne.

Als im Dezember 2014 plötzlich ein grauer Betonbau auf dem Bebelplatz stand, war der Ärger der Anwohner groß. Das schlichte Bauwerk verschandele das Ensemble - so der Tenor. Auch der Ortsbeirat war überrascht, als neben der künstlerisch gestalteten Trafo-Station der Städtischen Werke ein weiterer Zweckbau der KVG entstanden war. Die Ortbeiratsmitglieder fühlten sich nicht richtig informiert.

Auf die Intervention des Stadtbaurats hin, stellte die KVG die Bauarbeiten Ende 2014 ein. So wurde bis heute nicht die entsprechende Technik in die Betonhülle eingebaut, die kostenmäßig den Großteil der 700.000 Euro teuren Station ausmacht. Was folgte, waren zähe Verhandlungen zwischen KVG, Stadt und der Kirchengemeinde.

Zähe Verhandlungen

Während die KVG gerne möglichst bald das Unterwerk in Betrieb nehmen möchte, das für eine verlässliche Versorgung der Bahnen mit Gleichstrom sorgen soll, will die Stadt vorerst einen neuen Standort finden. Die einzige Alternative, die Stadt und KVG ausfindig gemacht haben, liegt aber auf dem Kirchengrundstück der katholischen Gemeinde. Zwischen dem Gemeindehaus und dem Parkhaus der Stadthalle gäbe es eine entsprechende Fläche.

Diese Lösung stößt bei der Kirchengemeinde nicht auf Begeisterung. Pfarrer Paul Schupp steht den Plänen aus mehreren Gründen skeptisch gegenüber: Zum einen bedeute der Bau einen Wertverlust für das Grundstück der Kirche, noch wichtiger sei aber, dass Fragen bezüglich der möglichen Strahlung offen seien. Deshalb habe er eine Unbedenklichkeitserklärung von Stadt und KVG gefordert. Diese habe er bis heute nicht erhalten. „Da ist die Stadt am Zug“, so Schupp. Auch müsse diese belegen, dass es keine anderen Standorte gebe.

Bistum skeptisch 

Auch das Bistum Fulda ist zurückhaltend. Weil die Stadt bisher keine Belege wegen der Unbedenklichkeit habe vorlegen können, sei man davon ausgegangen, dass sich die Pläne erledigt hätten, teilt Christof Ohnesorge, Sprecher des Bistums auf HNA-Anfrage mit.

Es sei für das Bistum ohnehin „unvorstellbar, dass ein Wechselrichtwerk, das man wegen seiner Strahlung nicht ins Parkhaus gebaut hat, neben einem Gemeindehaus platziert werden soll, in dem Kinder und Jugendliche und andere Menschen ein- und ausgehen.“

Nolda geht trotz der Bedenken der Kirche davon aus, eine Einigung zu erzielen.

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