Bald Baustart für Wohnungen auf ehemaligem Schulgelände in Bettenhausen

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Wird abgerissen: Auf dem ehemaligen Gelände der Joseph-von-Eichendorff-Schule entsteht ein Wohnquartier.

Bettenhausen. Lernst du noch oder wohnst du schon? Auf dem Gelände der ehemaligen Joseph-von-Eichendorff-Schule werden Wohnungen gebaut. Demnächst sollen die Bauarbeiten beginnen.

Positive Rückmeldungen aus der Kommunalpolitik gab es in der Sitzung des Ortsbeirats Bettenhausen für das Konzept für die ehemalige Joseph-von-Eichendorff-Schule. „Großes Lob, dass dort keine Brache bleibt, dass das Gelände vernünftig entwickelt wird und bezahlbarer Wohnraum mit hoher Qualität entsteht“, brachte es Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD) auf den Punkt.

Entstehen sollen auf dem Gelände der mittlerweile geschlossenen Gesamtschule ein neues Wohnquartier mit rund 150 Wohneinheiten und eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, die wenn kein Bedarf mehr da ist, zu günstigem Wohnraum umgewandelt werden kann. All das geschieht unter der Federführung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und GWG-Geschäftsführer Peter Ley stellten den aktuellen Planungsstand vor. Nolda sprach von einer „schnellen Wohnraumentwicklung“, die nach dem Abriss der Schulgebäude stattfinden soll. Das Konzept sehe einen Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern „in lockerer Bebauung“ vor. Wesentliche Punkte: nicht mehr als drei Geschosse und sechs Wohnungen pro Haus, keinen langen Reihenhausketten.

Ley ging auf Details ein: Die rund 110 Quadratmeter großen Reihenhäuser würden zur Miete und zum Kauf angeboten. Die Wohnungen seien zwischen 50 und 95 Quadratmeter groß, verfügten über zwei bis vier Zimmer sowie eine Koch- oder Wohnküche. In Vorbereitung sei ein städtebaulicher Wettbewerb. Baubeginn könnte laut Nolda Mitte 2018 sein, Fertigstellung 2019. „Den Baufortschritt werden wir an der Nachfrage orientieren“, sagte Ley.

Baubeginn für die Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 180 Flüchtlinge soll bald sein, sodass sie die beiden Gebäude, die neben der Olebachhalle entstehen, im kommenden Jahr bezugsfertig sind. Positive Resonanz im Ortsbeirat erfuhr die Idee der GWG, dort Bürgerräume einzurichten, die von Vereinen genutzt werden können. „Wir wollen eine offene Einrichtung sein, eine Begegnungsstätte schaffen“, sagte Ley. Die Olebachhalle soll auch künftig eine Sportstätte für Vereine und Schulen sein, sie wird für rund 1,8 Millionen Euro energetisch saniert - „der Erhalt ist für uns selbstverständlich“, unterstrich Nolda. Harry Völler und Reiner Lacher (beide SPD) wiesen auf die Notwendigkeit hin, zum einen dort ausreichend Parkplätze zu schaffen. Und zum anderen, dass die Nutzung der Halle für Sport und Kultur durch das Planungsrecht nicht eingeschränkt wird.

Im schlimmsten Fall, so Lacher, der auch im Vorstand des Sportvereins VfB Viktoria Bettenhausen ist, könne es zu Anwohnerbeschwerden kommen wegen Lärm aus der Halle, der zwangsläufig und vor allem bei Ballsportarten entstünden.

Hintergrund: Pläne für das Schulgelände

Auf dem 36 000 Quadratmeter großen Gelände der bisherigen Gesamtschule sollen nach dem Abriss der Schulgebäude bis zu 150 Wohnungen und Reihenhäuser gebaut werden. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel will in das neue Wohnquartier unterhalb des Eichwalds bis zu 33 Millionen Euro investieren. Zuvor werden auf dem Gelände, auf der Streuobstwiese zwischen Olebachweg und Eichwaldstraße direkt neben der Sporthalle, Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge entstehen. Bauherr ist auch hier die GWG, die sechs Millionen Euro investiert. Später sollen die beiden Gebäude, analog zu dem GWG-Projekt an der Bunsenstraße in der Nordstadt, mit geringem Aufwand zu Mietwohnungen für einkommensschwache Familien oder Studenten umgebaut werden.

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