Neue Flüchtlingsunterkunft in Bettenhausen für 150 Flüchtlinge

Einzug der Flüchtlinge ins ehemalige Schuhhaus steht bevor

Unterkunft: Ab Mitte nächster Woche werden voraussichtlich die ersten Flüchtlinge in den ehemaligen Reno-Schuhmarkt einziehen. Archivfoto: Schachtschneider / nh

Bettenhausen. Voraussichtlich am 16. Dezember beginnt die Belegung der neuen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Reno-Schuhmarkt an der Leipziger Straße in Bettenhausen.

Das sagte Ute Pähns, Leiterin des Kasseler Sozialamtes, während der Sitzung des Ortsbeirats Bettenhausen. Die Anzahl der Flüchtlinge stehe noch nicht fest. Maximal biete die Unterkunft 150 Menschen Platz. Die Sozialbetreuung werde in den Händen der Caritas liegen, ein Sicherheitsdienst 24 Stunden vor Ort sein.

Pähns betonte auch, dass diese Flüchtlingsunterkunft eine Übergangslösung sei, „bis wieder freie Plätze in einer geeigneteren Unterkunft zur Verfügung stehen“. Der Reno-Schuhmarkt sei keine optimale Lösung, „aber so können wir über den Winter kommen“.

Anwohner kritisierten, dass sie sich zu spät über den Einzug von Flüchtlingen im Reno-Schuhmarkt informiert fühlten. Es wäre schön gewesen, so eine Mieterin einer Wohnung im Kunigundishof, wenn es im Vorfeld ein Informationsschreiben oder eine Informationsveranstaltung gegeben hätte.

Sabina Germeroth, Leiterin des Servicecenters Kassel 2 der Nassauischen Heimstätte Wohnstadt, sagte: „Wir haben aus der Presse davon erfahren, nicht persönlich. Das ist schade.“ Sie betonte auch, dass viele ältere Mieter verunsichert seien und Beeinträchtigungen fürchteten, zum Beispiel durch Abfall- und Sanitärcontainer. Germeroth bot auch an, dass das Sozialmanagement der Wohnstadt, die am Kunigundishof 2 bis 12 Wohnungen unterhält, gerne unterstützen würde, um Ängste abzubauen: „Hand in Hand wird das funktionieren. Dazu braucht es aber Transparenz und Kommunikation.“

Ehrenamtliche willkommen

Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD) kündigte an, dass es noch eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben werde. Dort seien auch Ehrenamtliche willkommen, die sich engagieren wollten, ebenso Menschen, die spenden möchten. Schäfer lobte die Stadt für ihre Leistung - „auch wenn es manchmal knirscht“. Er betonte auch: „Wir dürfen die Sorgen und Ängste der Bürger nicht unter den Tisch kehren, sonst droht die Stimmung zu kippen.“

Auch Peter Tippmann (Freie Wähler) nahm die Stadt Kassel vor der Kritik der Anwohner in Schutz: „Die Stadt hat hervorragende Arbeit geleistet.“ Dieses Ausmaß an Flüchtlingen sei nicht abzusehen gewesen: „Natürlich werden unter Zeitdruck auch Fehler gemacht.“ Tippmann lud die Bettenhäuser ein, mit den Flüchtlingen in Kontakt zu kommen, ihnen zu helfen: „Sie sind dankbar, angesprochen zu werden.“

Von Helga Kristina Kothe

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