Ehemaliges Schuhgeschäft Reno in Bettenhausen wird zur Notunterkunft

Flüchtlingsquartier an Leipziger Straße: Aufbau beginnt am Montag

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Kassel. Mehr als 60 Flüchtlinge nimmt die Stadt Kassel derzeit jede Woche auf – sie werden ihr vom Land Hessen zugewiesen. Jetzt wird das ehemalige Schuhgeschäft Reno in Bettenhausen zur Notunterkunft für Flüchtlinge.

1600 Asylbewerber befinden sich derzeit in städtischer Unterbringung. Bis zum Jahresende erwartet die Stadt noch rund 350 weitere Menschen. Dafür reichen die bisherigen Kapazitäten in den städtischen Gemeinschaftsunterkünften nicht aus.

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„Es ist absehbar, dass wir Mitte Dezember einen Engpass haben werden“, teilte Sozialdezernent Christian Geselle am Donnerstag mit. Deshalb wird jetzt das ehemalige Schuhgeschäft Reno in Bettenhausen zur Notunterkunft umfunktioniert - die Stadt spricht von einer „Überlauf-Einrichtung“. Das seit Längerem leer stehende Gebäude des früheren Schuhmarkts an der Leipziger Straße soll ab Montag von der Feuerwehr für die künftigen Bewohner hergerichtet werden. Bis zu 150 Menschen sollen darin Platz finden. Voraussichtlich ab Mitte Dezember wird die Gewerbeimmobilie als Ausweichquartier belegt werden müssen.

Im Innern sollen (ähnlich wie in der Erstaufnahme im ehemaligen Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden) Pressholzwände eingezogen werden, um den großen Raum zu unterteilen. Duschen und Toiletten werden in beheizbaren Containern eingerichtet. Auch ein Catering-Dienst ist bereits organisiert, der die Menschen mit drei Mahlzeiten am Tag versorgt. Sobald in den regulären Gemeinschaftsunterkünften wieder Plätze frei sind, sollen die Flüchtlinge vom Reno-Markt dorthin verlegt werden.

Im neuen Jahr soll - zumindest nach dem, was die Stadt derzeit überblicken kann - der Engpass wieder behoben sein. Dann gehen nach und nach weitere neue Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt in Betrieb. Wie berichtet, sind unter anderem zwei zusätzliche Großunterkünfte im ehemaligen Nixdorf-Haus am Großen Kreisel sowie in der Fichtner-Oestmann-Siedlung in der Nordstadt in Vorbereitung. Auch mehrere kleine Unterkünfte werden in den kommenden Wochen und Monaten hinzukommen, sagte Geselle.

Dennoch hat die Stadt den  Reno-Markt für drei Jahre angemietet. „Wir werden das als Pufferlösung für künftige Notfälle beibehalten.“ Bei den gegenwärtigen Umständen, so der Sozialdezernent, müsse man nach Möglichkeit immer ein Ass im Ärmel haben.

Hintergrund:

In der Stadt Kassel leben derzeit 1600 Flüchtlinge in städtischer Unterbringung sowie 950 Menschen in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes. Die Standorte im Überblick:

Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes Hessen: 

• Landesfeuerwehrschule an der Dönche (aktuell 450 Menschen) • ehem. Veterinäramt an der Druseltalstraße (300) • Lüttich-Kaserne auf der Marbachshöhe (200)

Städtische Unterkünfte: 

• Park Schönfeld (400 Plätze) • Jägerkaserne (135) • Haus im Druseltal (135) • Heinrich-Steul-Schule (135) • Graf-Haeseler-Kaserne (195) • zudem gibt es 25 Kleinunterkünfte mit je bis zu 30 Plätzen geplant: • Nixdorf-Haus am Großen Kreisel (280 Plätze) • Fichtner-Oestmann-Siedlung (320 Plätze) • Notquartier in Reno-Schuhmarkt (150 Plätze).

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