Bedenken bei Anwohnern

Flüchtlinge kommen doch erst nächstes Jahr nach Bettenhausen

Im Nu aufgebaut: Die Feuerwehr half dabei, die Notunterkunft für Flüchtlinge an der Leipziger Straße herzurichten.

Bettenhausen. Die Notunterkunft für Flüchtlinge, die in einem ehemaligen Schuhmarkt in Bettenhausen eingerichtet worden ist, muss doch nicht mehr dieses Jahr belegt werden.

Die Plätze in den bestehenden Unterkünften der Stadt reichen bis zum Jahresende aus. Frühestens im Januar 2016 werden die ersten Flüchtlinge in den Markt an der Leipziger Straße einziehen. Das erfuhren die Anwohner bei einer Info-Veranstaltung in den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde. Eingeladen hatten die Stadt und die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, die in dem Quartier rund 200 Wohnungen vermietet.

Ute Pähns, Leiterin des städtischen Sozialamtes, und Jennifer Linke von der Wohnstadt beantworteten die Fragen der besorgten und teils aufgebrachten Anwohner aus der Siedlung Kunigundishof. Viele Mieter kritisierten den baulichen Zustand der Häuser, klagten über Einbrüche, Park-, Müll- und Lärmprobleme und anderen Ärger. Nun hätten sie Angst, dass ihr ohnehin belastetes Quartier durch die Flüchtlinge noch mehr Schwierigkeiten bekommt. Man werde die Schäden beheben, hieß es dazu bei der Wohnstadt.

Sozialamtsleiterin Ute Pähns erläuterte, dass der provisorisch hergerichtete Schuhmarkt nur dann als Notunterkunft dienen werde, wenn alle regulären Gemeinschaftsunterkünfte voll seien. Man wolle die Menschen nicht in Turnhallen oder Containern unterbringen. Derzeit werden der Stadt Kassel jede Woche etwa 70 neue Flüchtlinge zur Unterbringung zugewiesen.

In der sogenannten Überlaufeinrichtung in Bettenhausen würden Männer, Frauen und Familien verschiedener Herkunft untergebracht. Die Caritas als Betreiberin werde versuchen, das Zusammenleben in der Unterkunft so zu regeln, dass keine Konflikte entstehen. Anwohner Peter Westphal sorgt sich trotzdem wegen der verschiedenen Konfessionen. Hierzu sagte ein Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde seine Hilfe zu. Marianne Bednorz vom Stadtteilzentrum Agathof berät mit ihrem Team interessierte Helfer, die bereit sind, sich für die Flüchtlinge zu engagieren. Dies könne jeder im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten tun.

Ein erhöhtes Gefahrenpotenzial gebe es durch die Flüchtlinge nicht, sagte Pähns. Sie seien traumatisiert und suchten Ruhe, seien aber auch neugierig auf das ihnen fremde Leben bei uns. Ohne Vorurteile auf sie zugehen, offen sein, Hilfe anbieten, Probleme ansprechen lautete der Appell an die Menschen im Quartier.

Anwohnerin Carmen Firgens äußerte sich zuversichtlich, dass man gut miteinander leben und auskommen werde. Dazu könne jeder etwas beitragen. Jennifer Linke forderte die Anwohner auf, sich mit Ängsten und Problemen stets an sie zu wenden. Fotos: Oschmann

Kontakt: Jennifer Linke, Wohnstadt Tel. 10 01-13 56.

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