K+S spendete Werkzeug und Baumaterial

Flüchtlingsunterkunft an der Leipziger Straße ist fast bezugsfertig

Stolz auf das Gemeinschaftswerk: In kurzer Zeit ist in einem ehemaligen Schuhmarkt an der Leipziger Straße eine Notunterkunft für Flüchtlinge entstanden. Unser Bild zeigt von links Fabian Thiele, Meinolf Schäfers, Christian Geselle, Thomas Nöcker, Norbert Schmitz und Norbert Damm. Fotos:  Schachtschneider

Kassel. Im Rekordtempo und fast rund um die Uhr haben Mitarbeiter der Kasseler Feuerwehr im ehemaligen Schuhmarkt Reno eine provisorische Notunterkunft für Flüchtlinge errichtet.

Bereits am kommenden Montag könnten die ersten Flüchtlinge und Asylbewerber an der Leipziger Straße einziehen. Bis zu 150 Menschen können hier vorübergehend untergebracht werden, falls in den Zweitaufnahmeeinrichtungen der Stadt keine Plätze verfügbar sind und bis im neuen Jahr weitere Wohnheime für Asylbewerber in Betrieb gehen. Zurzeit bekommt die Stadt pro Woche rund 70 neue Flüchtlinge zugewiesen.

Die schnelle Hilfe für diese Menschen in Not war auch durch eine Spende der K+S Aktiengesellschaft möglich. Das internationale Kasseler Rohstoffunternehmen beschaffte über den firmeneigenen Einkauf Werkzeuge und Baumaterialien im Wert von etwa 8000 Euro. Bei der Bewältigung der Riesenaufgabe durch den Zustrom von Flüchtlingen „sind wir gerne bereit zu helfen“, sagte K+S-Personalvorstand Dr. Thomas Nöcker, der sich gestern vom Ergebnis der erfolgreichen Gemeinschaftsaktion überzeugte.

1000 Quadratmeter 

Gemeinschaftsduschen: Für die Warmwasserversorgung wurde eine Therme eingebaut. Die mobilen Toiletten befinden sich auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude.

In nur etwa acht Tagen hatten die Feuerwehrleute auf den rund 1000 Quadratmetern anhand selbst entworfener Schablonen Schlafkammern für jeweils acht Personen gefertigt. Auch um aus den hölzernen Einzelbetten platzsparende Etagenbetten samt Leiter zu zimmern, hatten die findigen Feuerwehrleute schnell einen Plan. Mit Hilfe des professionellen Werkzeugs „ging es dann recht flott“, sagt Feuerwehrchef Norbert Schmitz.

Projekt-Einsatzleiter Josef Werneke führte sichtlich stolz durch die Einrichtung, zeigte die neu gebauten Gemeinschaftsduschen und Waschräume für Männer und Frauen. Dabei hatten die Handwerker sogar daran gedacht, für Kinder einige Waschbecken niedriger anzubringen. Die farbliche Gestaltung der Wände wolle man den Flüchtlingen überlassen, sagte Werneke. Zum einen freuten sich diese, wenn sie etwas zu tun haben. Zum anderen hätten sie in anderen Unterkünften bereits ihr künstlerisches Talent bewiesen.

Gezimmerte Schlafkammern: In der nächsten Woche könnten hier die ersten Flüchtlinge vorübergehend einziehen.

Stadtkämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle zeigte sich stolz und dankbar angesichts dieses Gemeinschaftswerks heimischer Wirtschaft und einem Team der Stadtverwaltung aus Feuerwehr, Gebäudewirtschaft und Sozialamt. Betrieben wird die Notunterkunft vom Caritasverband Nordhessen. Dabei versuche man, die Ausgabe des von einer Catering-Firma gelieferten Essens vorwiegend durch Ehrenamtliche zu gewährleisten, erläuterte Caritas-Geschäftsführer Meinolf Schaefers. Sozialarbeiter sollen die Unterkunft im Hintergrunddienst betreuen und auch für einen nächtlichen Sicherheitsdienst sei gesorgt.

Hintergrund: K+S engagiert sich für Flüchtlinge

Die K+S Aktiengesellschaft engagiert sich auf vielfältige Weise in der Flüchtlingshilfe. Gemeinsam mit dem Mercedes-Benz Werk Kassel wurde zum Beispiel dem DRK ein Transporter als mobile Kleiderkammer zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe engagieren, wurden dafür frei gestellt und mehrere firmeneigene Immobilien wurden für Flüchtlingsunterkünfte bereit gestellt.

Flüchtlingsunterkunft an der Leipziger Straße wird aufgebaut

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