Glinicke lässt weiter an der Sanierung des Messinghofes arbeiten

Die Sanierung des historischen Messinghofes an der Leipziger Straße in Bettenhausen – der Wiege der Herkules-Statue – geht weiter. Das Dach des ehemaligen Gießereiflügels des hochrangigen Industriedenkmals wird erneuert. Im Januar sollen die Arbeiten abgeschlossen und das Dach des sanierungsbedürftigen, 336 Jahre alten Gebäudes wieder dicht sein. Fotos: Schachtschneider

Bettenhausen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Messinghofes an der Leipziger Straße im Stadtteil Bettenhausen geht weiter.

Derzeit wird das Dach des Gießereiflügels erneuert. „Im Januar wird es fertig sein“, sagt der Kasseler Autohändler und Messinghof-Eigentümer Peter Glinicke.

Dem Unternehmer, der das Baudenkmal – die Wiege der Herkules-Figur – gemeinsam mit seinem Sohn Florian Glinicke 2012 gekauft hatte, lag die Dachsanierung am Herzen. „Das war mir wichtig“, erklärt der Seniorchef. Der sanierungsbedürftige Gießereiflügel soll „oben dicht“ werden. Weil für die historische Dachkonstruktion alte Bauteile wiederverwendet werden, dauern die aufwendigen Arbeiten länger als geplant. Eigentlich sollte das Dach längst drauf sein, berichtet Glinicke. Aber weil der Winter bisher ausgeblieben ist, sei die längere Bauzeit kein Problem.

Aus eigener Tasche hat er bereits 1,4 Millionen Euro in das Baudenkmal investiert. Damit wurden bis Mitte 2013 bereits das Torhaus und die historische Hofanlage komplett wiederhergestellt.

Insgesamt will Glinicke 4,5 Millionen Euro in das älteste Baudenkmal früher Industriekultur in Nordhessen investieren und dort künftig seltene Oldtimer präsentieren und verkaufen. Im 400 Quadratmeter großen Erdgeschoss des Gießhauses soll eine Präsentationsfläche für bis zu acht Glinicke Classic Cars entstehen, der Hof soll ebenfalls als Stellfläche für die historischen Fahrzeuge dienen.

In den Räumen des ersten Stockwerkes, die auch gemietet werden können, sollen künftig Schulungen und Veranstaltungen stattfinden. Zudem soll eine entsprechende Gastronomie in der Kulisse des Messinghofes geschaffen werden. Das Engagement für die Sanierung sei auch eine Art Dank an die Bürger der Stadt Kassel für das langjährige Vertrauen als Kunden in unsere Autohäuser, sagt der Seniorchef.

Aufwendige Arbeiten: Die Giebel des ehemaligen Gießereiflügels werden instand gesetzt, das Dach samt Dachstuhl erneuert.

Aus der Denkmalförderung sind bereits 250 000 Euro für den Messinghof geflossen, jeweils die Hälfte vom Land Hessen und aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Glinicke hofft auf insgesamt annähernd 800 000 Euro Zuschuss für die Rettung des Messinghofes. Im hessischen Landesamt für Denkmalpflege ist man sich der Bedeutung des Messinghofes bewusst, könne aber die beträchtliche Summe aus Denkmalmitteln nicht sofort schultern. Die Unterstützung der Sanierung des Messinghofes werde das Landesamt vermutlich über mehrere Jahre beschäftigen, heißt es in Wiesbaden.

Die Ideen für eine teilweise kommerzielle Nutzung des Denkmals sehen Denkmalschützer und Aktive des Fördervereins Herkulesschmiede als tragfähigen Kompromiss zwischen privaten Nutzungsinteressen und Erhalt der Wiege der Kasseler Industrie.

Der Messinghof als ehemals landgräfliche Gießerei hat eine besondere Bedeutung als frühes Zeugnis der Industriegeschichte. Es handelt sich um eine der ältesten in Deutschland noch erhaltenen Produktionsanlagen in Gestalt einer schlossähnlichen Anlage.

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