Mitte Januar wird’s ernst

Salzmann: Stadt will Rossing Sicherungsarbeiten in Rechnung stellen

Nicht ausreichend gesichert: Nachdem der geplante Bau von 450 Wohnungen im August 2015 gescheitert war, ist die Zukunft des Industriedenkmals im Kasseler Osten wieder ungewiss. Immer wieder wird das Denkmal Opfer von Vandalismus. Foto: Ludwig

Kassel. Dass die Stadt Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing eine Ersatzvornahme zur Wintersicherung von Salzmann androht, hält die SPD-Rathausfraktion für richtig.

Es sei an der Zeit, endlich für eine angemessene Wintersicherung des Kulturdenkmals zu sorgen, sagt Harry Völler, SPD-Stadtverordneter und Mitglied des Ortsbeirats Bettenhausen.

Mit einer Verfügung des städtischen Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz wurde Rossing am 10. Dezember aufgefordert, Sicherungsarbeiten ausführen zu lassen, um die gefährdete Bausubstanz zu schützen. Mit den Sicherungsarbeiten soll bis spätestens Mitte Januar begonnen werden.

Nach erfolglosem Verstreichen dieser Frist will die Stadt die notwendigen Sicherungsarbeiten als Ersatzvornahme auf Kosten des Eigentümers ausführen lassen.

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„Damit eine Entwicklung dieses bedeutsamen Zeugnisses von Industriegeschichte in Kassel weiterhin möglich ist, muss nun endlich der Eigentümer handeln“, fordert Harry Völler. So wie der historische Messinghof an der Leipziger Straße in Bettenhausen als Geburtsstätte der Herkules-Statue derzeit von der Eigentümerfamilie Glinicke vorbildlich saniert werde, erwartet Völler zumindest eine Sicherung der Bausubstanz vom derzeitigen Eigentümer des Salzmann-Gebäudes.

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Dennis Rossing sieht dafür freilich keinen Anlass. Unabhängig von seinen Verhandlungen über einen Verkauf des Grundstücks sei er nach wie vor daran interessiert, auf dem Salzmann-Areal ein Kultur- und Gewerbezentrum mit Einzelhandel zu schaffen. Würde die Stadt den Weg zu einem Einkaufszentrum mitgehen, „würde ich morgen anfangen zu bauen“, sagt Rossing.

Den Bau eines großen Einkaufszentrums an der Sandershäuser Straße schließt die Stadt jedoch weiterhin definitiv aus.

Das Kultur- und Handelszentrum auf dem Salzmann-Gelände war das erste gescheiterte Vorhaben seit 2003. Danach platzten die Pläne für eine Veranstaltungsarena mit Platz für 9000 Zuschauer, für ein Behördenzentrum mit Technischem Rathaus und zuletzt für den Bau von 450 Wohnungen auf dem Gelände. Auch die Idee, eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf dem Salzmann-Gelände zu errichten, lehnte die Stadt ab. Derzeit ist die Zukunft des hochrangigen Industriedenkmals im Kasseler Osten wieder einmal ungewiss.

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