Menschen hausten unter einer Brücke

Stadt räumt illegalen Zeltplatz: Rumänen und Bulgaren hatten dort ihr Quartier

Hier haben Menschen gewohnt: Die alten Stühle und Tische standen gestern noch neben einigen Zelten unter der Brücke der Dresdener Straße. Die Stadt ließ das Gelände räumen. Foto:  Siemon

Kassel. Ein paar Tische und Stühle standen am Freitag noch neben verlassenen Zelten. Unter einer Brücke der Dresdener Straße hatten etwa zwei Dutzend Rumänen und Bulgaren ihr Quartier aufgeschlagen.

Wohin die Menschen, die zum größten Teil aus Bulgarien und Rumänien kamen, weitergezogen sind, kann die Stadt nicht sagen. Fest steht, dass das Gelände nicht mehr als Campingplatz genutzt werden soll. Entsprechende Hinweisschilder werden in den nächsten Tagen an den Brückenpfeilern befestigt.

Mitarbeiter des Ordnungsamts hatten Anfang der Woche die Wildcamper informiert, dass der Platz ab Freitag nicht mehr zur Verfügung steht. Die Stadt werde dann das Gelände räumen.

Als kurzfristige Alternative wurde der Landfahrerplatz in direkter Nachbarschaft angeboten. Hier dürfen Händler auf der Durchreise mit ihren Wohnwagen bis zu zwei Wochen stehen. Sie zahlen eine Tagespauschale für Wasser, Strom, Müllentsorgung und einen Toiletten-Container. Der geschotterte Platz wurde in den 1990er Jahren eingerichtet und ist von April bis Ende Oktober geöffnet. Er wird in erster Linie von Sinti und Roma genutzt. Für Dauercamper ist er nicht vorgesehen.

Von den Bulgaren und Rumänen, die bis vor wenigen Tagen noch unter der Brücke hausten, hat das Angebot offenbar niemand angenommen. Der Landfahrerplatz war gestern jedenfalls leer. Was die Menschen in Kassel gemacht haben und womit sie ihren Lebensunterhalt verdienten, ist nach Angaben der Stadt nicht bekannt.

Gestern räumten die Stadtreiniger alte Matratzen, Tische, Stühle und andere Hinterlassenschaften unter der Brücke weg. In den nächsten Tagen sollen die Büsche und Hecken auf dem Gelände gestutzt werden, damit es besser einsehbar ist.

Von den Menschen, die hier seit mehreren Wochen unter der Brücke der Dresdener Straße gelebt haben, war nichts mehr zu sehen. „Wir haben das Gelände am Morgen verlassen vorgefunden“, sagt Stadtsprecher Sascha Stiebing am Freitag.

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