Geschoss flog 200 Meter

Teil einer Sendeanlage brach heraus und landete neben Spazierweg

Bruchstück: Diese Abdeckung einer Richtfunkantenne (Foto unten) war am Funkmast herausgebrochen und etwa 200 Meter geflogen, bevor sie zu Boden stürzte. Auf dem rechten Bild sind die beschädigte Antenne und das verbliebene Bruchstück zu sehen. Fotos: Ludwig

Kassel. 1,30 Meter im Durchmesser und vier Kilo schwer: Die Abdeckung einer Richtfunkantenne eines Funkmastes in Bettenhausen wurde zu einem gefährlichen Geschoss.

Das Bruchstück flog vermutlich in Folge eines Sturms 200 Meter durch die Luft, bevor es in der Nähe eines beliebten Spazierweges zu Boden ging. Anwohner hatten die HNA informiert, als sie das Plexiglas-Bruchstück jetzt entdeckten. Vermutlich hatte es sich in den vergangenen Tagen gelöst und war von dem etwa 70 Meter hohen Mast gestürzt.

Der betroffene Funkmast steht in der Nähe der Stadtgrenze zu Niestetal-Sandershausen an der Straße „Vor dem Osterholz“. Die Sendeanlage war Ende der 90er-Jahre von der damaligen Firma Mannesmann Mobilfunk aufgestellt worden und wird heute vom Mobilfunkkonzern Vodafone betrieben.

Aktualisiert um 11.30 Uhr.

Das Bruchstück lag noch gestern auf dem Areal des geplanten Wohngebietes „Vor dem Osterholz“ – dessen Bebauung derzeit anläuft. Auf der Fläche direkt am Stadtrand gehen viele Fußgänger spazieren oder führen dort ihren Hund aus. Darunter auch Heidi Hoffmann aus Bettenhausen, die dort gestern mit ihrem Rauhaardackel Burzel Gassi ging. Auf das abgebrochene Stück der Antenne angesprochen, reagierte Hoffmann besorgt: Sie gehe häufig hier spazieren und wolle sich nicht ausmalen, wenn so ein Teil einen Fußgänger treffe.

Zudem liegen direkt unterhalb des Funkmastes die Kleingarten-Anlage Osterholz und die viel befahrene Dresdener Straße.

Obwohl das Antennenteil bereits vor einigen Tagen abgestürzt war, wurde der Schaden noch nicht behoben. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil sich der zweite Teil der abgebrochenen Plexiglasabdeckung noch in luftiger Höhe am Funkmast befindet und dort nicht mehr besonders fest verankert sein dürfte. Die Dichtungsgummis flattern im Wind. Weil die Scheiben nur etwa sechs Millimeter dick sind, fliegen sie relativ weit, bevor sie auf dem Boden aufschlagen – das macht sie zu einer Gefahr auch für weiter entfernte Personen.

Die Vodafone-Mitarbeiter würden gerade überprüfen, wie es zu dem Vorfall kommen konnte, teilte das Telekommunikationsunternehmen am Donnerstag mit. Durch das abgebrochene Teil sei es aber nicht zu einer Störung des Funkbetriebs gekommen. Weitere Informationen will das Unternehmen im Laufe des Tages herausgeben.

Auch auf eine Anfrage bei der Stadt Kassel, die für die Verkehrssicherungspflicht zuständig ist, gab es gestern keine Antwort.

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