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Bioenergie hilft, Flussauen zu erhalten

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Michael
Michael Wachendorf

Witzenhausen. Knapp ein Jahr ist es her, dass an der Universität Kassel in Witzenhausen eine neuartige Biomasseanlage entwickelt wurde. Damit kann bislang ungenutzter Grünschnitt in einen festen Brennstoff umgewandelt und damit als Energiequelle nutzbar gemacht werden.

In einem von der EU geförderten Projekt soll jetzt geprüft werden, inwieweit das neue Verfahren dazu beitragen kann, wertvolles Auen-Grünland zu erhalten.

„Die mitteleuropäischen Flussauen gehören zu den ökologisch wertvollsten Gebieten des Kontinents“, sagt Prof. Michael Wachendorf, Leiter des Fachgebiets Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe. Dort fänden sich ausgedehnte Grünlandvegetationen mit Gras, Büschen und Wildblumen. Um diese zu erhalten, bedürfe es einer behutsamen Bewirtschaftung der Flächen. „Denn ohne eine Nutzung wachsen diese Flächen zu, und es entwickelt sich Wald.“

Michael
Michael Wachendorf

Genutzt werde das Grünland bislang jedoch nur in sehr geringem Ausmaß. „Ein Grund ist, dass die Biomasse dieser feuchten Standorte schwer zu ernten und die Ernte dann technisch schwer zu verwerten ist“, sagt Wachendorf. Das von dem Witzenhäuser Forscher entwickelte sogenannte IFBB-Verfahren (siehe Hintergrund) ermöglicht es jedoch, aus der Mahd dieser feuchten Gebiete umweltfreundliche Energie zu erzeugen. „Die Bioenergieproduktion kann in diesem Fall für den Naturschutz genutzt werden“, nennt Wachendorf den Vorteil.

Im DanubEnergy-Projekt, das ein Gesamtbudget von 1,8 Mio. Euro umfasst und von der EU mit 1,4 Mio. Euro bezuschusst wird, soll nun der Grundstein für die kommerzielle Umsetzung des Verfahrens gelegt werden, das bisher lediglich im kleineren Maßstab getestet wurde. In Baden-Baden wird jetzt die erste Großanlage in Betrieb genommen.

Sein Fachgebiet unterstütze in dem Projekt die europäischen Partner mit technologischem und ökologischem Wissen und beim Betrieb eines mobilen Prototypen, der an den Partnerstandorten für Untersuchungen und zur Demonstration eingesetzt werde.

Gemeinsam mit den Partnern werden Studien zur regionalen Machbarkeit insbesondere entlang der Donau in Süddeutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn, Polen, der Slowakei sowie in Tschechien erarbeitet.

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„In Nordhessen und Südniedersachsen, wo sich entlang der Flüsse die ertragreichsten Böden finden, dürfte es schwierig werden, Landwirte zu überzeugen, bei der Bewirtschaftung davon abzurücken“, sagt Wachendorf. Allerdings gebe es auch an Fulda und Eder Abschnitte, an denen Ackerbau nicht möglich sei. „Und da könnte das IFBB-Verfahren dann durchaus interessant werden.“ Foto: Schröter

Von Per Schröter

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